Tindy

Hintere Hand, Zehenkante zwischen Bindungen (verpönt)

Der Tindy-Griff ist ein Freestyle-Trick im Snowboarden, der oft als kontrovers gilt. Er bezeichnet das Greifen zwischen den Bindungen auf der Zehenkante mit der hinteren Hand. Diese Grifftechnik wird manchmal als unelegant angesehen, da sie als leichter zu erreichen gilt als andere, etabliertere Griffe. Dennoch bietet der Tindy einige technische Herausforderungen und kann, bei richtiger Ausführung, Teil eines kreativen und anspruchsvollen Tricks sein.

Detaillierte Erklärung

Der Tindy-Trick ist ein sogenannter „Grab“, bei dem der Fahrer während eines Sprungs das Board mit der Hand greift. Der Begriff "Tindy" leitet sich aus der Kombination von „Tail“ und „Indy“ ab, was darauf hinweist, dass dieser Trick eine Mischung zwischen einem Tailgrab und einem Indygrab ist. Beim Tindy greift der Snowboarder zwischen den Bindungen auf der Zehenkante des Boards mit der hinteren Hand. Diese Position ist kritisiert, da sie als weniger stilvoll gilt und oftmals zu verhindern scheint, dass der Fahrer das volle Rotationspotential eines Sprungs ausschöpft.

Praktische Anwendung

Obwohl der Tindy in der Community oft belächelt wird, sollte man seine Relevanz und Möglichkeit nicht völlig abtun. Er kann in einem Trick-Repertoire durchaus sinnvoll genutzt werden, insbesondere für Anfänger, die ihre Balance und Stabilität in der Luft üben möchten. Mehr dazwischenliegende Herausforderungen anderer Grabs kann er auch als Zwischenschritt genutzt werden. Ein Snowboarder könnte von einem Tindy zu einem Indytrainen, um seinen eigenen Stil weiterzuentwickeln.

Bei der Ausführung des Tindy ist es wichtig, bei der Annäherung an den Absprung zu entspannen und den Blick fest auf die Landung zu fokussieren. Erfahrene Fahrer nutzen es, um sich in der Luft neu zu positionieren oder um in einem Drehtrick im Sprung zusätzlich Stabilität zu gewinnen. Manche Fahrer setzen den Tindy als bewusste Provokation in ihrer Trickfolge ein, um ihre Eigenwilligkeit zu unterstreichen.

Sicherheitsaspekte

Wie bei allen Freestyle-Tricks gibt es sicherheitsrelevante Überlegungen, die Beachtung finden sollten. Ein mangelhaft ausgeführter Tindy kann zu unausgeglichenen Landungen oder Stürzen führen. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Snowboarder ihre Grundkenntnisse und Erfahrungen zunächst auf soliden Landungen und Grabs aufbauen, bevor sie den Tindy in anspruchsvolleren Sprüngen integrieren. Schutzausrüstung wie ein Helm und eventuell Rückenprotektoren sind Pflicht.

Regionale Besonderheiten

In der Alpenregion wird Freestyle-Snowboarden nicht nur auf ausgewiesenen Freestyle-Parks durchgeführt, sondern häufig auch auf natürlichen Geländeformationen. Hier kann der Tindy als Teil von spontanen Herausforderungen auftreten, bei denen Terrain und Schneebeschaffenheit nicht vorhersehbar sind. In anderen Regionen, beispielsweise in nordamerikanischen Snowparks, wo Grabs häufig standardisiert und stilistisch streng beurteilt werden, findet der Tindy oft weniger Anerkennung. Da der Tindy in der Professionalitätsdebatte um Tricks nicht so hoch angesehen ist, variiert seine Akzeptanz stark, was sich in Wettkämpfen der Weltcup-Serie bemerkbar machen kann, wo stilistische Perfektion und technischer Schwierigkeitsgrad Grundvoraussetzungen für hohe Punktzahlen sind.