Engadin

Schweiz

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Touren
4.269
Hütten & POIs
4.049 m
Höchster Punkt
1.800
km² Fläche
Über Engadin
Das Engadin ist das Hochtal des Inn und erstreckt sich ueber 80 Kilometer von Maloja bis zur oesterreichischen Grenze. Als eines der hoechstgelegenen besiedelten Taeler Europas liegt es auf 1000 bis 1800 Metern Hoehe und ist bekannt fuer sein einzigartiges Licht, sein trockenes Klima und seine sonnenverwoehnten Tage. Die Landschaft vereint majestätische Bergketten, kristallklare Seen und die charakteristischen Engadiner Doerfer mit ihren verzierten Fassaden.

Geografisch gliedert sich das Engadin in das Oberengadin von Maloja bis Zernez und das Unterengadin bis zur Grenze. Im Sueden erheben sich die vergletscherten Gipfel der Bernina-Gruppe mit dem Piz Bernina (4049 m), dem einzigen Viertausender der Ostalpen. Im Norden begrenzen die Albula-Alpen und die Silvretta-Gruppe das Tal. Der Inn, hier noch Engadiner Inn genannt, fliesst durch die Oberengadiner Seenplatte mit Silser-, Silvaplaner-, Champfer- und St. Moritzersee.

St. Moritz, der weltbekannte Kurort, liegt am gleichnamigen See und gilt als Wiege des Wintersports. Hier fanden 1928 und 1948 Olympische Winterspiele statt. Die Cresta-Run-Bobbahn und der Cresta-Toboggan sind Ikonen des Wintersports. Pontresina am Fusse der Berninagruppe ist das klassische Bergsteigerdorf des Engadins. Sils Maria mit dem Nietzsche-Haus, wo der Philosoph seine wichtigsten Werke schrieb, ist ein Ort der Inspiration und Kultur.

Kulturell ist das Engadin von rätoromanischer Tradition gepraegt. Das Rätoromanische in seiner Engadiner Variante (Puter im Oberengadin, Vallader im Unterengadin) ist noch lebendige Alltagssprache. Die Sgraffito-Verzierungen der Engadiner Haeuser, eingeritzte Muster im noch feuchten Putz, sind ein einzigartiges Kulturgut. Das Engadiner Museum in St. Moritz und das Museum Alpin in Pontresina dokumentieren die regionale Geschichte und Kultur.

Fuer Bergsteiger ist das Engadin ein Traumziel. Die Berninagruppe bietet Hochtouren von der Anfaengertour auf den Piz Palue bis zu anspruchsvollen Routen wie der Biancograt-Ueberschreitung des Piz Bernina. Der Piz Roseg, der Piz Morteratsch und der Piz Corvatsch sind weitere beliebte Ziele. Im Unterengadin lockt der Schweizerische Nationalpark mit unberuehrter Natur. Die Silvretta-Durchquerung ist eine klassische Skitour von Weltrang.

Die touristische Infrastruktur ist erstklassig. Die Rhaetische Bahn mit dem Bernina Express verbindet das Engadin mit Graubuenden und Italien. Seilbahnen erschliessen Corvatsch, Diavolezza und Piz Nair. Das Wandernetz umfasst ueber 500 Kilometer markierte Wege. Im Winter bieten Corviglia, Corvatsch und Diavolezza Skifahren auf hoechstem Niveau. Langlaeufer schaetzen die 220 Kilometer gespurten Loipen.

Die beste Zeit fuer Hochtouren ist Juni bis September. Die Tscherva-Huette, die Boval-Huette und die Diavolezza-Bergstation sind ideale Stuetzpunkte fuer die Berninagruppe. Das Engadiner Klima ist trocken und sonnig mit ueber 300 Sonnentagen im Jahr. Die Hoehenlage erfordert Akklimatisation. Die Bergfuehrer von Pontresina gehoeren zu den besten der Schweiz.

Das Engadin bewahrt ein reiches raetoromanisches Kulturerbe. Die Chalandamarz-Umzuege am 1. Maerz, bei denen Kinder mit Glocken und Peitschen den Winter vertreiben, sind ein lebendiges Brauchtum. Die Sgraffito-Verzierungen der Engadiner Haeuser werden noch heute von Kunsthandwerkern gepflegt. Die einheimische Fauna ist bemerkenswert: im Schweizerischen Nationalpark leben grosse Hirschrudel, Steinboecke und Gaemsen. Murmeltiere besiedeln die Alpweiden, und Bartgeier kreisen ueber den Gipfeln. In den letzten Jahren sind auch Baeren und Woelfe zurueckgekehrt. Die Flora zeigt seltene Alpenblumen wie Edelweiss, Enzian und die Engadiner Flockenblume. Die Engadiner Kueche bietet Spezialitaeten wie die beruehmte Engadiner Nusstorte, Plain in Pigna (Kartoffelgericht mit Speck), Maluns (geriebene Kartoffeln) und Capuns. Die lokalen Metzgereien stellen Salsiz her, eine luftgetrocknete Rohwurst. Die Zuckerbaecker von St. Moritz und Pontresina kreieren feinste Confiserie-Spezialitaeten.

Die saisonalen Hoehepunkte des Engadins ziehen Besucher aus aller Welt an. Der Engadin Skimarathon im Maerz ist das groesste Langlaufrennen Europas mit ueber 13000 Teilnehmern. Die Festival da Jazz in St. Moritz bringt internationale Kuenstler in die Bergwelt. Die Schlitteda, die traditionelle Pferdeschlittenfahrt, ist ein romantisches Wintererlebnis von zeitloser Schoenheit.
Highlights
Piz Bernina (4049m) - einziger Viertausender der Ostalpen
Oberengadiner Seenplatte mit Silsersee, Silvaplanersee und St. Moritzersee
UNESCO-Welterbe Rhätische Bahn mit Bernina Express
St. Moritz - legendärer Wintersportort und Austragungsort zweier Olympischer Spiele
Schweizerischer Nationalpark - ältester Nationalpark der Alpen
Engadiner Häuser mit traditionellen Sgraffito-Fassaden
Morteratschgletscher - einer der zugänglichsten Alpengletscher
Muottas Muragl - legendärer Aussichtspunkt mit Panoramablick
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Piz Bernina 4.049 m Sehr schwer
Piz Palü 3.900 m Schwer
Piz Roseg 3.938 m Schwer
Piz Morteratsch 3.751 m Schwer
Piz Corvatsch 3.451 m Mittel
Piz Julier 3.380 m Mittel
Piz Languard 3.261 m Leicht
Piz Nair 3.057 m Leicht
Geschichte
Die Besiedlung des Engadins reicht bis in die Bronzezeit zurück, wie Funde bei Ramosch belegen. Während der Römerzeit führte eine wichtige Handelsroute über die Alpenpässe Julier und Maloja. Im Mittelalter gehörte das Tal zum Bistum Chur und später zum Freistaat der Drei Bünde. Die Reformation setzte sich im 16. Jahrhundert weitgehend durch. Die touristische Erschliessung begann Mitte des 19. Jahrhunderts, als Johannes Badrutt 1864 in St. Moritz das erste Luxushotel eröffnete und damit den Grundstein für den Wintertourismus legte. Die Rhätische Bahn erreichte 1903 St. Moritz, die Berninabahn nach Tirano wurde 1910 eröffnet. Olympische Winterspiele fanden 1928 und 1948 in St. Moritz statt, was den internationalen Ruf der Region festigte.
Das Engadin ist über die Rhätische Bahn hervorragend erschlossen. Von Chur führt die Albulalinie über den spektakulären Albula-Tunnel nach St. Moritz (2 Std.). Die UNESCO-Welterbe-Strecke der Berninabahn verbindet St. Moritz mit Tirano in Italien. Mit dem Auto erreicht man das Oberengadin über den Julierpass (ganzjährig offen) oder den Malojapass von Italien. Der Flughafen Samedan (Engadin Airport) bietet Privatflugverkehr. Nächste internationale Flughäfen sind Zürich (ca. 2.5 Std. mit Bahn) und Mailand-Malpensa (ca. 3 Std.). PostAuto-Linien erschliessen die Seitentäler und verbinden die Orte.
Das Engadin zeichnet sich durch ein aussergewöhnlich sonniges und trockenes Inneralpinklima aus. Mit durchschnittlich über 300 Sonnentagen pro Jahr ist es eine der sonnenreichsten Regionen der Schweiz. Die Niederschläge sind mit 700-1000mm jährlich relativ gering. Die Winter sind kalt und schneesicher (Durchschnittstemperatur Januar: -10°C in St. Moritz), die Sommer angenehm mild mit kühlen Nächten. Die Höhenlage von 1000m im Unterengadin bis über 1800m im Oberengadin sorgt für frische Bergluft und intensive UV-Strahlung. Der charakteristische Malojawind bringt an Sommernachmittagen oft Bewölkung vom Bergell her.
Das Engadin ist ganzjährig attraktiv. Für Wanderungen und Hochtouren eignen sich Juni bis Oktober am besten, wobei Juli und August die wärmsten Monate sind. Die Oberengadiner Seen sind von Juni bis September zum Baden geeignet. Die Skisaison dauert von November bis April, mit Schneesicherheit durch die Höhenlage. Der Herbst (September/Oktober) bietet goldene Lärchenwälder und stabile Wetterverhältnisse. Der Frühling kann durch Lawinengefahr eingeschränkt sein. Für Gletschertouren auf die Berninaberge sind Juli und August optimal.

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