RET

Resistance to Evaporating Heat Transfer

Der Begriff "Resistance to Evaporating Heat Transfer" (RET) ist eine wichtige Kenngröße, wenn es um die Auswahl von Funktionsbekleidung für Bergsportaktivitäten geht. Er gibt Aufschluss über das Feuchtigkeitstransportvermögen eines Materials, also darüber, wie gut der Stoff den Verdunstungsprozess reguliert. Diese Eigenschaft ist entscheidend, um bei anstrengenden Aktivitäten ein angenehmes Körperklima zu gewährleisten und das Risiko von Auskühlung zu minimieren.

Detaillierte Erklärung

RET steht für den Widerstand des Materials gegen den Transport von Wasserdampf, der durch Schweiß entsteht. Es handelt sich dabei um einen Labortest, bei dem die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Stoffes unter standardisierten Bedingungen gemessen wird. Der ermittelte RET-Wert wird in Quadratmetern Pascal pro Watt (m²·Pa/W) angegeben. Ein niedriger RET-Wert bedeutet eine hohe Atmungsaktivität des Stoffes, das heißt, der Wasserdampf kann leicht hindurch diffundieren. Werte unter 6 m²·Pa/W stehen für eine sehr gute Atmungsaktivität, während Werte über 20 m²·Pa/W eher eine geringe Atmungsaktivität anzeigen.

Praktische Anwendung

Bei der Auswahl von Funktionskleidung für Bergsportarten, wie Wandern oder Klettern, sollten Sie auf den RET-Wert achten. Eine Jacke mit einem niedrigen RET-Wert ist besonders bei schweißtreibenden Aktivitäten vorteilhaft, da sie dafür sorgt, dass Wasserdampf schnell abgeleitet wird und das Körperklima angenehm bleibt. Besonders bei Touren im Sommer oder bei Ausdauersportarten ist dies ausschlaggebend, um ein Überhitzen zu vermeiden.

Praxisbeispiele zeigen, dass Jacken mit einem RET-Wert unter 10 m²·Pa/W sich gut für viele Aktivitäten eignen, während Werte zwischen 6 und 13 m²·Pa/W bei gemäßigtem Wetter ausreichend sind. Für kältere Bedingungen spielen zudem die Thermoisolationseigenschaften des Materials eine Rolle, die mit der Atmungsaktivität in Einklang stehen sollten.

Sicherheitsaspekte

Die Wahl einer geeigneten Funktionsjacke ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit. Wird Schweiß nicht effektiv nach außen geleitet, kann es zur Auskühlung kommen, insbesondere bei Pausen oder Wind. Eine Exposition gegenüber Kälte kann schließlich das Risiko von Erfrierungen oder einer Unterkühlung erhöhen. Daher ist es wichtig, die gesamte Ausrüstung im Set zu betrachten – inklusive der Basisschicht, die den Schweiß aufnimmt, und der Außenschicht, die vor Wind und Wetter schützt.

Regionale Besonderheiten

In den Alpen, aber auch in anderen Gebirgen, kann das Wetter rasch wechseln. An einem Tag kann es in tieferen Lagen noch warm sein, während auf den Gipfeln schon deutliche Kälte spürbar wird. Daher ist es wichtig, Kleidung zu wählen, die sowohl wasserdicht als auch atmungsaktiv ist. Der RET-Wert hilft Ihnen dabei, die Balance zwischen Schutz und Komfort zu finden. In feuchten Regionen, wie sie oft in den nördlichen Alpen vorherrschen, sollte der Schwerpunkt auf einem niedrigen RET-Wert liegen, um die Schweißableitung bei steigender Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten.