Breathability
Breathability, auf Deutsch als Atmungsaktivität bekannt, bezeichnet die Fähigkeit eines Textilmaterials, Feuchtigkeit in Form von Dampf nach außen zu transportieren. Diese Eigenschaft ist besonders wichtig bei Outdoor-Bekleidung, da sie den Tragekomfort und die Funktionalität unter variierenden Wetterbedingungen entscheidend beeinflusst. Effiziente Atmungsaktivität verhindert die Ansammlung von Schweiß und Feuchtigkeit im Inneren der Kleidungsstücke, was sowohl die thermische Regulation als auch das allgemeine Wohlbefinden beim Bergsteigen und Wandern verbessert.
Detaillierte Erklärung
Atmungsaktivität wird oft durch die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Materials gemessen, die als MVTR (Moisture Vapor Transmission Rate) oder RET-Wert (Resistance to Evaporative Heat Transfer) angegeben wird. Ein niedriger RET-Wert signalisiert eine hohe Atmungsaktivität. Materialien mit guter Atmungsaktivität ermöglichen es der Feuchtigkeit, die als Schweiß vom Körper abgegeben wird, durch das Gewebe zu diffundieren und zu verdunsten. Dies ist wichtig, um ein angenehmes Mikroklima zu schaffen, das Überhitzung und Auskühlen verhindert.
Moderne Outdoor-Bekleidung setzt oft auf Membranen oder Beschichtungen wie Gore-Tex oder eVent, die eine Balance zwischen Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität herstellen. Diese Materialien sind mikroporös oder hydrophil, was bedeutet, dass sie große genug Poren haben, um Wasserdampf hindurchzulassen, aber klein genug sind, um flüssiges Wasser abzuhalten.
Praktische Anwendung
Die Wahl der richtigen Bekleidung mit entsprechender Atmungsaktivität ist entscheidend für Bergsteiger und Wanderer aller Erfahrungsstufen. Bei der Auswahl von Jacken, Hosen oder Schuhen ist es wichtig, die geplanten Aktivitäten und Wetterbedingungen zu berücksichtigen. Bei anstrengenden Aktivitäten oder in wärmeren Klimazonen ist ein höherer Grad an Atmungsaktivität von Vorteil, um die Körperwärme effektiv abzuleiten und Schweiß zu verdunsten.
Ein bewährtes Prinzip ist das Zwiebelprinzip, bei dem mehrere Bekleidungsschichten getragen werden. Die innere Schicht leitet Feuchtigkeit vom Körper weg, während die äußere Schicht atmungsaktiv und wasserabweisend sein sollte, um sowohl vor Regen als auch vor dem Auskühlen bei Feuchtigkeit zu schützen.
- Basisschicht: Synthetische oder Merinowolle, um Feuchtigkeit abzuleiten.
- Mittelschicht: Isolationsschicht wie Fleece für Wärme.
- Außenschicht: Atmungsaktive Hardshells, die Witterungsschutz bieten.
Sicherheitsaspekte
Unzureichende Atmungsaktivität kann zu Überhitzung, Dehydrierung und im Extremfall zu Hitzestress führen. Beim Tragen schlecht atmungsaktiver Kleidung staut sich die Hitze unter der Kleidung, und der Körper kühlt bei Wind und Nässe schneller aus. Dies erhöht das Risiko von hypothermen Zuständen, besonders bei windigem Wetter oder plötzlichen Wetterumschwüngen, die in den Bergen häufig sind.
Im Winter oder bei kaltem Wetter kann unzureichende Atmungsaktivität dazu führen, dass Feuchtigkeit in der Kleidung gefriert, was den Isolationswert reduziert und die Gefahr von Unterkühlung erhöht. Daher ist es entscheidend, Outdoor-Bekleidung auszuwählen, die sowohl atmungsaktiv als auch witterungsbeständig ist.
Regionale Besonderheiten
In den Alpen und anderen hochalpinen Regionen, wo das Wetter schnell umschlagen kann, ist die Wahl atmungsaktiver Kleidung von besonderer Bedeutung. Die Temperaturen können tagsüber stark schwanken, und plötzliche Kälteeinbrüche sind keine Seltenheit. In Feuchtgebieten oder bei Regenwanderungen ist eine hohe Atmungsaktivität gepaart mit Wasserdichtigkeit ein Muss, um sich nicht innerhalb kürzester Zeit klamm und unwohl zu fühlen.
In den niedrigeren Mittelgebirgen Deutschlands können Wanderer hingegen von der Wärmeisolation profitieren, die atmungsaktive Kleidung bietet, während sie dennoch leicht genug bleibt, um bei anstrengenden Aktivitäten nicht zu stören. Hier ist oft eine höhere Flexibilität in der Kleidungsschichtung erforderlich, um unterschiedlichen Wetterlagen gerecht zu werden.