Wipptal

Österreich

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Touren
214
Hütten & POIs
3.476 m
Höchster Punkt
650
km² Fläche
Über Wipptal
Das Wipptal ist das zentrale Nord-Süd-Tal Tirols und bildet den wichtigsten Alpenübergang am Brenner (1.370 m). Von Innsbruck bis zur italienischen Grenze erstreckt sich dieses geschichtsträchtige Tal und verbindet Nordeuropa mit dem Mittelmeerraum auf einer der bedeutendsten Transitrouten der Geschichte. Das Wipptal wird von den Stubaier Alpen im Westen und den Tuxer Alpen im Osten eingerahmt und bietet trotz seiner Rolle als Durchgangstal eine überraschende landschaftliche und kulturelle Vielfalt.

Geografisch folgt das Wipptal dem Lauf des Sillbaches von seiner Quelle nahe dem Brenner bis zur Mündung in den Inn bei Innsbruck. Die wichtigsten Orte entlang des Tals sind Matrei am Brenner, Steinach und Gries am Brenner auf der österreichischen Seite. Die Seitentäler, insbesondere das Stubaital, das Gschnitztal, das Obernbergtal und das Valsertal, führen in die umgebenden Hochgebirge und bieten Zugang zu weniger erschlossenen Bergregionen.

Die historische Bedeutung des Wipptals als Alpenübergang kann kaum überschätzt werden. Bereits in prähistorischer Zeit wurde der Brennerpass genutzt, und die Römer bauten hier eine bedeutende Straße. Im Mittelalter war der Brenner der wichtigste Übergang für den Handel zwischen dem Deutschen Reich und Italien. Die heutige Brennerautobahn und die Brennereisenbahn tragen diese Tradition fort, wobei der geplante Brennerbasistunnel diese historische Verkehrsachse revolutionieren wird.

Das Gschnitztal, ein Seitental westlich des Wipptals, bietet ursprüngliche alpine Landschaften abseits des Transitverkehrs. Das Tal führt zum Gschnitzer Gletscher und zum Habicht (3.277 m), einem der formschönsten Gipfel der Stubaier Alpen. Die Innsbrucker Hütte und die Bremer Hütte sind wichtige Stützpunkte für Bergsteiger. Das Obernbergtal mit dem malerischen Obernberger See und das Valsertal bieten ruhige Wanderreviere mit kaum erschlossener Hochgebirgsatmosphäre.

Für Skifahrer bietet das Wipptal mit dem Stubaier Gletscher, dem Skigebiet Schlick 2000 und kleineren Skigebieten wie Bergeralm und Gries hervorragende Möglichkeiten. Der Stubaier Gletscher ist eines der größten und schneesichersten Gletscherskigebiete Österreichs und ermöglicht Skifahren von Oktober bis Juni auf Höhen über 3.200 Metern. Die Schlick 2000 oberhalb von Fulpmes bietet aussichtsreiche Pisten mit Blick auf die Kalkkögel.

Das kulturelle Erbe des Wipptals ist geprägt von seiner Funktion als Durchgangsland. Die gotischen Kirchen von Matrei und Steinach, die historischen Gasthöfe entlang der Brennerstraße und die Zeugnisse der Römerzeit dokumentieren diese lange Geschichte. Das Andreas-Hofer-Denkmal am Berg Isel in Innsbruck erinnert an die Tiroler Freiheitskämpfe von 1809, die auch im Wipptal ausgetragen wurden.

Für Wanderer und Bergsteiger bietet das Wipptal ein vielfältiges Terrain: Der Gschnitzer Höhenweg, die Besteigung des Habicht, die Wanderungen zum Obernberger See und zum Brennersee sowie zahlreiche Almwanderungen erschließen die Region. Der Stubaier Höhenweg, einer der klassischen Hüttenrundwege der Ostalpen, führt durch die Berge westlich des Wipptals.

Die Verbindung von alpiner Bergwelt, historischer Bedeutung und moderner Infrastruktur macht das Wipptal zu einer Region, die sowohl als Durchgangsroute als auch als eigenständiges Urlaubsziel überzeugt. Abseits der Autobahn warten ursprüngliche Seitentäler, einsame Gipfel und authentische Tiroler Gastfreundschaft darauf, entdeckt zu werden.

Die Naturlandschaft der Seitentaeler des Wipptals ist von besonderer Schoenheit und weitgehend unberuehrt. Das Valsertal mit seinen Almen und dem Olperer als markantestem Gipfel, das Schmirn mit seinen traditionellen Bergbauernhofen und das Navistal bieten Wanderungen abseits der Touristenstroeme. Die Bergwiesen sind im Fruehsommer ein Meer aus Blumen, und die Bachwasser sind so klar, dass Forellen in den Gumpen beobachtet werden koennen.

Die geologische Vielfalt des Wipptals ist bemerkenswert. Die Stubaier Alpen im Westen bestehen aus kristallinen Gesteinen mit vergletscherten Gipfeln, waehrend die Tuxer Alpen im Osten sanftere Formen zeigen. Der Brenner selbst markiert eine geologische Stoerungszone, die den Alpenuebergang begueinstigt hat. Diese unterschiedlichen Gesteinsformationen praegen Boeden, Vegetation und Landschaftsbild.

Die Zukunft des Wipptals wird durch den Brennerbasistunnel gepraegt werden. Dieser laengste Eisenbahntunnel der Welt wird den Transitverkehr unter die Erde verlegen und dem Tal neue Entwicklungschancen eroeffnen. Gleichzeitig bewahren die Seitentaeler ihre urspruengliche Qualitaet als Rueckzugsorte fuer Naturliebhaber und Bergsteiger. Diese Verbindung von historischer Bedeutung, alpiner Bergwelt und zukunftsweisender Infrastruktur macht das Wipptal zu einer spannenden Region im Wandel.
Highlights
Serles - Altar Tirols mit grandioser Aussicht
Gschnitztal - stilles Wanderparadies
Brenner - niedrigster Alpenhauptübergang
Maria Waldrast - höchstgelegenes Kloster Europas
Obernbergtal mit Obernberger See
Europabrücke - markantes Brückenbauwerk
Nösslach - historisches Dorf
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Serles 2.717 m Mittel
Kesselspitze 2.727 m Schwer
Blaser 2.241 m Leicht
Nösslachjoch 2.231 m Leicht
Geschichte
Das Wipptal war seit der Antike eine Hauptverkehrsroute über die Alpen. Die Römer nutzten den Brenner als niedrigsten Alpenübergang. Im Mittelalter florierte der Handel zwischen Nord und Süd, wovon historische Gasthöfe und Weganlagen zeugen. Die Brennerbahn, 1867 eröffnet, war die erste Eisenbahnverbindung über den Alpenhauptkamm. Die Brennerautobahn (1963) veränderte die Region grundlegend. Die Europabrücke bei Innsbruck war bei ihrer Eröffnung die höchste Brücke Europas. Heute kämpft die Region mit dem Transitverkehr, während die Seitentäler ihren ruhigen Charakter bewahren.
Das Wipptal ist die Hauptverkehrsachse nach Südtirol. Die Brennerautobahn A13 führt durch das gesamte Tal. Die Brennerbahn verbindet Innsbruck mit dem Brenner und Südtirol im Stundentakt. Von Innsbruck sind es nur 35 km bis Steinach. Die Seitentäler sind mit Postbussen erreichbar. Der Flughafen Innsbruck liegt 25 km nördlich. Der neue Brennerbasistunnel (im Bau) wird die Region weiter erschließen.
Das Klima ist inneralpin mit föhnbeeinflussten, milden Wintern und angenehmen Sommern. Die Niederschläge betragen 800-1.100mm jährlich. Der Brenner selbst ist oft nebelig und windreich. Die Seitentäler sind klimatisch begünstigt, besonders die südexponierten Hänge. Die Schneegrenze liegt im Winter bei etwa 1.200m. Die Serles und die Tuxer Alpen erhalten mehr Niederschlag als das Haupttal. Föhn kann das Wetter schnell ändern.
Die Wandersaison dauert von Juni bis Oktober. Die Seitentäler sind besonders im Frühsommer und Herbst reizvoll. Skifahren ist von Dezember bis März möglich in kleinen, familiären Gebieten. Der Brenner ist ganzjährig passierbar. Die Serles ist als Skitour im Frühjahr beliebt. Die Almen sind von Juni bis September bewirtschaftet. Der Indian Summer im Herbst bietet beste Fernsicht.

Hotels in Wipptal

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