Val d'Anniviers

Schweiz

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Touren
179
Hütten & POIs
4.506 m
Höchster Punkt
240
km² Fläche
Über Val d'Anniviers
Das Val dAnniviers (Eifischtal) ist eines der schoensten und urspruenglichsten Seitentaeler des Wallis. Es erstreckt sich von Sierre im Rhonetal bis zu den vergletscherten Viertausendern der Walliser Alpen und bietet eine einzigartige Kombination aus traditionellen Bergdoerfern, majestaetischen Gipfeln und lebendiger Walliser Kultur. Die Doerfer Grimentz, Zinal, St-Luc und Chandolin bewahren ihren authentischen Charakter mit geschwärzten Holzhaeusern und blumengeschmueckten Balkonen.

Geografisch liegt das Val dAnniviers zwischen den Viertausendern der Weisshorngruppe im Osten und dem Val dHerens im Westen. Der Zinalgletscher und der Moirygletscher praegen den Talschluss. Bedeutende Gipfel sind das Zinalrothorn (4221 m), das Obergabelhorn (4063 m), die Dent Blanche (4357 m), das Weisshorn (4505 m) und das Bishorn (4153 m). Der Lac de Moiry, ein tuerkisblauer Stausee, liegt malerisch eingebettet in die Bergwelt.

Die Doerfer des Val dAnniviers gehoeren zu den schoensten der Schweiz. Grimentz mit seinen gebräunten Holzhäusern und dem beruehmten Burgerwein ist ein architektonisches Juwel. Zinal im hinteren Tal ist das Bergsteigerdorf par excellence. St-Luc auf der sonnigen Talseite bietet Panoramablicke und den Planetenweg. Chandolin auf 2000 Metern war lange eines der hoechstgelegenen ganzjaehrig bewohnten Doerfer Europas.

Kulturell ist das Val dAnniviers von der Transhumanz gepraegt - der saisonalen Wanderung zwischen verschiedenen Hoehenstufen. Die Einwohner besassen traditionell Wohnungen auf mehreren Hoehen: im Rhonetal fuer den Weinbau, im Hauptdorf und auf der Alp. Die Trachten, Prozessionen und das Ringkuhkämpfe (Combats de Reines) mit den Eringer Kuehen sind lebendiges Brauchtum. Das Matterhorn von Zinal aus, die Besso genannt, ist ein markantes Wahrzeichen.

Fuer Bergsteiger ist das Val dAnniviers ein erstklassiges Revier. Die Haute Route von Chamonix nach Zermatt fuehrt durch das Tal. Das Bishorn (4153 m) gilt als einer der leichteren Viertausender und ist von der Cabane de Tracuit aus erreichbar. Das Zinalrothorn und das Obergabelhorn sind anspruchsvollere Ziele. Die Cabane du Grand Mountet, die Cabane de Moiry und die Cabane Arpitetta sind legendäre Bergsteigerunterkunfte.

Die Wandermoeglichkeiten sind hervorragend. Die Fuenf-Seen-Wanderung oberhalb von Zinal bietet spektakulaere Aussichten auf die Viertausender. Der Planetenweg von St-Luc zur Hotelerie de Weisshorn fuehrt durch das groesste Sonnensystem-Modell der Welt. Die Traversierung der Illsee-Hoehenwege und die Wanderung zum Lac de Moiry sind Klassiker. Im Winter bieten die verbundenen Skigebiete von Grimentz-Zinal und St-Luc-Chandolin schneesichere Pisten.

Die beste Zeit fuer Hochtouren ist Juli bis September. Die Huetten der Region bieten gute Infrastruktur. Das Klima ist inneralpin und vergleichsweise trocken. Die Anreise erfolgt ueber Sierre mit dem Postauto. Das Val dAnniviers bewahrt seine Authentizität und ist ein Geheimtipp fuer Kenner.

Das Val d Anniviers bewahrt sein Walliser Brauchtum mit Hingabe und Authentizitaet. Die Transhumanz, die saisonale Wanderung zwischen verschiedenen Hoehenstufen, wird noch heute praktiziert - einige Familien besitzen bis zu fuenf Wohnungen auf unterschiedlichen Hoehen. Die Kuhkaempfe (Combats de Reines) mit den Eringer Kuehen zur Bestimmung der Koenigin der Herde sind lebendiges Brauchtum. Die Prozessionen zu Fronleichnam und anderen kirchlichen Feiertagen werden in traditionellen Trachten begangen. Die Tierwelt ist trotz der Hoehenlage vielfaeltig: Steinboecke und Gaemsen bevoelkern die Felswaende, Murmeltiere die Alpweiden. Der Bartgeier und der Steinadler kreisen ueber den Viertausendern. In den Laerchenwaeldern leben Tannenhaeher und seltene Spechtarten. Die kulinarischen Spezialitaeten umfassen den wuerzigen Raclette-Kaese aus der lokalen Milch, das Walliser Trockenfleisch und den Burgerwein von Grimentz, der in historischen Kellern lagert. Die Alpkaesereien produzieren nach ueberlieferten Methoden, und die Bergrestaurants servieren authentische Walliser Gerichte.

Die saisonalen Hoehepunkte umfassen die Kuhkaempfe im Fruehling und Herbst sowie die traditionellen Alpfeste, bei denen die Verbundenheit mit der Berglandschaft gefeiert wird.
Highlights
Weisshorn (4506 m) - einer der schönsten Viertausender
Grimentz - besterhaltenes Walliser Dorf
Couronne Impériale - legendäre Viertausender-Rundtour
Lac de Moiry mit türkisfarbenem Gletscherwasser
Zinal - Zentrum des Walliser Alpinismus
Chandolin - höchstgelegenes Dorf Europas (bewohnt)
Zinalrothorn und Obergabelhorn
Traditionelle Holzhäuser und Speicher
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Weisshorn 4.506 m Sehr schwer
Zinalrothorn 4.221 m Schwer
Obergabelhorn 4.063 m Sehr schwer
Dent Blanche 4.357 m Sehr schwer
Bishorn 4.153 m Mittel
Pointe de Zinal 3.789 m Mittel
Besso 3.668 m Schwer
Geschichte
Das Val d'Anniviers hat eine reiche Geschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht. Der Name "Anniviers" leitet sich vermutlich vom lateinischen "anniversarius" ab und bezieht sich auf die jährliche Transhumanz - die saisonale Wanderung zwischen den Weiden im Tal und den Alpen.

Bis ins 20. Jahrhundert lebten die Anniviarden ein halbnomadisches Leben, das von der Alpwirtschaft geprägt war. Die Familien zogen mit ihrem Vieh zwischen verschiedenen Wohnstufen: Im Winter lebten sie in den tieferen Lagen nahe Sierre, im Frühling und Herbst in den Dörfern des Tals, und im Sommer auf den Alpen.

Der Alpinismus erreichte das Tal im 19. Jahrhundert. Die Erstbesteigung des Weisshorns 1861 durch John Tyndall mit den Führern Bennen und Wenger war ein Meilenstein. Das Zinalrothorn wurde 1864, die Dent Blanche 1862 erstbestiegen. Die Bergführertradition des Tals ist legendär, und noch heute arbeiten viele Familien seit Generationen in diesem Beruf.
Das Val d'Anniviers zweigt bei Sierre vom Rhonetal ab. Mit dem Auto erreicht man Grimentz in etwa 30 Minuten ab Sierre. Die Strasse ist gut ausgebaut und ganzjährig befahrbar. Mit dem öffentlichen Verkehr fahren regelmässig Postautos ab Sierre (Anschluss an die SBB-Linie) in alle Dörfer des Tals. Der nächste Flughafen ist Genf (ca. 2 Stunden). Im Sommer sind Verbindungen über Pässe nach Evolène und ins Turtmanntal möglich.
Das Val d'Anniviers profitiert von der geschützten inneralpinen Lage und gehört zu den sonnenreichsten Regionen der Schweiz. Chandolin (2000 m) wirbt als "sonnigster Ort der Schweiz". Die Niederschläge sind mit etwa 700-800 mm pro Jahr moderat.

Die Sommer sind warm und sonnig in den Dörfern (18-25°C), während die Hochlagen kühl bis kalt bleiben. Die Wintertemperaturen sind kalt mit regelmässigen Werten unter -10°C, was ausgezeichnete Schneeverhältnisse garantiert. Die hohe UV-Strahlung durch die Höhenlage erfordert guten Sonnenschutz.
Für Wanderungen: Ende Juni bis Mitte Oktober, ideal Juli-September. Für Hochtouren auf die Viertausender: Juli bis Anfang September bei stabilen Verhältnissen. Die Couronne Impériale erfordert exzellente Bedingungen. Für Skifahren: Dezember bis April. Der Herbst (September-Oktober) bietet goldene Lärchen und stabile Verhältnisse für anspruchsvolle Touren.

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