Queyras

Frankreich

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Touren
614
Hütten & POIs
3.320 m
Höchster Punkt
600
km² Fläche
Über Queyras
Der Regionale Naturpark Queyras (Parc naturel régional du Queyras) liegt im Südosten der französischen Alpen an der Grenze zu Italien und ist eines der am höchsten gelegenen bewohnten Täler Europas. Das Queyras-Tal erstreckt sich entlang des Flusses Guil und seiner Zuflüsse und wird von Gipfeln umrahmt, die bis über 3.800 Meter aufragen. Mit seiner Abgeschiedenheit, authentischen Bergdörfern und unberührten Hochgebirgslandschaft gilt das Queyras als eines der bestgehüteten Geheimnisse der französischen Alpen.

Die geografische Lage des Queyras im Regenschatten der großen Alpenketten beschert der Region ein außergewöhnlich trockenes und sonniges Klima. Mit über 300 Sonnentagen im Jahr und wenig Niederschlag bietet das Queyras ideale Bedingungen für Wanderungen, Skitouren und Naturbeobachtungen. Die höchsten Gipfel des Parks sind der Pic de la Font Sancte (3.387 m), der Mont Viso (3.841 m) an der italienischen Grenze – Quellberg des Po und ein markantes Wahrzeichen der Region – sowie der Pain de Sucre (3.208 m) und der Pic de Rochebrune (3.320 m).

Die historische und kulturelle Bedeutung des Queyras ist eng mit seiner Abgeschiedenheit verbunden. Die Region war jahrhundertelang nur über wenige Pässe zugänglich und entwickelte daher eine eigenständige Kultur mit besonderen Traditionen, Architektur und Handwerk. Die charakteristischen Fustiers-Holzhäuser mit ihren überhängenden Dächern (Chalets à fustes) sind typisch für die Queyras-Architektur und stehen unter Denkmalschutz. Das Kunsthandwerk des Holzmöbelbaus, insbesondere die berühmten Queyrassins-Möbel mit ihren geometrischen Intarsien, hat eine lange Tradition und wird in Werkstätten wie in Saint-Véran noch heute gepflegt.

Saint-Véran, auf 2.040 Metern Höhe gelegen, gilt als die höchste ganzjährig bewohnte Gemeinde Europas und ist eines der schönsten Dörfer Frankreichs (Plus Beaux Villages de France). Die traditionellen Steinbauten mit ihren Lärchenschindeldächern, die barocke Kirche und die erhaltene Dorfstruktur vermitteln ein authentisches Bild alpiner Lebensweise. Weitere sehenswerte Dörfer sind Château-Ville-Vieille mit seiner mittelalterlichen Festung Fort Queyras, Molines-en-Queyras, Abriès und Ceillac.

Die Natur des Queyras ist von bemerkenswerter Ursprünglichkeit. Das Fehlen großer Skigebiete und die späte touristische Erschließung haben die Landschaft weitgehend unberührt gelassen. Die Flora umfasst über 800 Blütenpflanzenarten, darunter seltene Alpenpflanzen wie die Queyras-Steinbrech und verschiedene Enzianarten. Die Tierwelt ist ebenfalls reich: Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, Steinadler, Bartgeier und eine große Vielfalt an Schmetterlingen bevölkern die Berge. Die ausgedehnten Lärchenwälder des Queyras, die im Herbst golden leuchten, gehören zu den schönsten in den Alpen.

Für Wanderer bietet das Queyras ein hervorragendes Netzwerk markierter Wege. Der Tour du Queyras, ein mehrtägiger Höhenweg, umrundet das gesamte Tal und führt durch alle charakteristischen Dörfer. Der GR58 und der GR5 (Grande Traversée des Alpes) durchqueren die Region. Im Winter ist das Queyras ein Paradies für Skitourengeher mit unzähligen Möglichkeiten in unberührtem Gelände. Die kleinen Skigebiete wie Abriès, Molines und Ceillac bieten familienfreundlichen Skibetrieb abseits des Massentourismus.

Was das Queyras einzigartig macht, ist die perfekte Erhaltung alpiner Authentizität. Hier findet man noch das alte Frankreich der Berge: ursprüngliche Dörfer, traditionelle Lebensweisen, unberührte Natur und eine Gastfreundschaft, die andernorts längst verschwunden ist. Die Kombination aus außergewöhnlichem Klima, kulturellem Reichtum und naturbelassener Berglandschaft macht das Queyras zu einem der wertvollsten Naturräume der französischen Alpen und zu einem Geheimtipp für alle, die die Alpen abseits der großen Touristenströme erleben möchten.

Die Tierwelt des Queyras ist besonders reichhaltig. Steinböcke wurden erfolgreich wiederangesiedelt und sind heute häufig an den Felswänden zu beobachten. Murmeltiere pfeifen warnend von den Almwiesen, während Gämsen geschickt über steile Grashänge ziehen. Der Bartgeier, einst ausgerottet, kreist wieder majestätisch über den Tälern. Die traditionelle Schafzucht prägt die Kulturlandschaft seit Jahrhunderten. Im Herbst finden die Almabzüge statt, bei denen die Herden festlich geschmückt ins Tal zurückkehren.
Highlights
Saint-Veran - hoechstes Dorf Europas (2042m)
Historische Sonnenuhren in jedem Dorf
Pic de Rochebrune (3320m)
Chateau-Queyras mittelalterliche Festung
Col Agnel Passstrasse
Ceillac und Lac Sainte-Anne
Demoiselles Coiffees (Erdpyramiden)
Sternbeobachtung unter dunklem Himmel
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Pic de Rochebrune 3.320 m Schwer
Pain de Sucre 3.208 m Mittel
Monte Viso (IT) 3.841 m Schwer
Tete des Toillies 3.175 m Mittel
Grand Queyras 3.114 m Mittel
Font Sancte 3.387 m Schwer
Pic de Caramantran 3.025 m Mittel
Tete de Longet 3.146 m Mittel
Geschichte
Die Geschichte des Queyras ist von Isolation und Selbststaendigkeit gepraegt. Das Tal war ueber Jahrhunderte nur schwer zugaenglich - im Winter oft monatelang von der Aussenwelt abgeschnitten. Diese Abgeschiedenheit fuehrte zur Entwicklung einer eigenstaendigen Kultur mit eigenen Dialekten (Okzitanisch/Vivaro-Alpin), Handwerkstraditionen und Architektur.

Die Waldenser, eine christliche Bewegung aus dem Piemont, fanden im Queyras Zuflucht vor Verfolgung. Ihre Praesenz praegt die Region bis heute. Die beruehmten Sonnenuhren entstanden ab dem 17. Jahrhundert - das Queyras besitzt die groesste Konzentration historischer Sonnenuhren in Frankreich.

Im 19. und 20. Jahrhundert fuehrte die Landflucht fast zur Entvölkerung. Erst der Tourismus und die Gruendung des Regionalparks 1977 brachten eine Wende. Heute kaempfen die Gemeinden darum, lebendige Doerfer zu erhalten statt zu reinen Ferienorten zu werden.
Das Queyras ist aufgrund seiner abgeschiedenen Lage nur ueber wenige Zufahrten erreichbar:

Hauptzufahrt: Von Briancon oder Gap ueber Guillestre und die Combe du Queyras nach Chateau-Ville-Vieille (Hauptort). Die Strasse folgt dem Guil-Fluss durch eine spektakulaere Schlucht.

Von Italien: Ueber den Col Agnel (2744m) von Cuneo/Saluzzo - nur von Juni bis Oktober geoeffnet. Eine der spektakulaersten Alpenstrassen.

Mit dem Flugzeug: Naechste Flughaefen sind Turin (TRN, 120 km), Lyon (LYS, 250 km) und Marseille (MRS, 240 km).

Mit dem Zug: Naechster Bahnhof ist Montdauphin-Guillestre an der Bahnlinie Briancon-Gap. Von dort Bus oder Taxi ins Queyras.

Vor Ort: Ein eigenes Fahrzeug ist nahezu unentbehrlich. Die Strassen sind schmal und kurvenreich, aber gut unterhalten. Im Winter Schneeketten erforderlich.
Das Klima des Queyras ist einzigartig: trotz der Hoehenlage (die meisten Doerfer liegen ueber 1500m) geniessen die Region ueber 300 Sonnentage jaehrlich. Der kontinentale Einfluss und die Abschirmung durch umliegende Bergketten sorgen fuer trockene Verhaeltnisse.

Die Sommer sind warm und sonnig mit gelegentlichen Gewittern. Die Niederschlaege sind deutlich geringer als in den noerdlichen Alpen. Die Winter sind kalt und sonnig mit zuverlaessiger Schneebedeckung, aber weniger Lawinengefahr als in niederschlagsreicheren Regionen.

Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind erheblich - selbst im Hochsommer koennen die Naechte kuehl sein. Die klare, trockene Luft macht das Queyras zu einem exzellenten Ort fuer Sternbeobachtung.
Das Queyras ist ein Ganzjahres-Reiseziel:

Sommer (Juni-September): Ideale Zeit fuer Wanderungen und Bergtouren. Die Blumenpracht erreicht im Juni/Juli ihren Hoehepunkt. August ist Hochsaison mit entsprechend mehr Besuchern in den beliebten Doerfern.

Herbst (September-Oktober): Stabile Hochdruckwetterlagen, goldene Laerchen und weniger Touristen machen den Herbst zur vielleicht schoensten Jahreszeit.

Winter (Dezember-April): Das Queyras ist ein Paradies fuer Skitouren und Langlauf. Die kleinen Skigebiete (Abries, Ceillac, Molines-Saint-Veran) sind familienfreundlich und ueberschaubar.

Fruehling (April-Juni): Die Schneeschmelze bringt Wasserfaelle und die erste Blumenpracht. Einige hoehere Wege bleiben bis Juni geschlossen.
Karte
Auf einen Blick
  • Hauptort Ceillac
  • Höchster Gipfel Pic de Rochebrune
  • Fläche 600 km²
  • Höhenbereich 1.300 - 3.320 m
  • Land Frankreich
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