Montafon

Österreich

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Touren
989
Hütten & POIs
3.312 m
Höchster Punkt
550
km² Fläche
Über Montafon
Das Montafon ist ein 39 Kilometer langes Tal im Süden Vorarlbergs und erstreckt sich von Bludenz bis zur Bielerhöhe am Silvrettastausee. Die Region wird von der imposanten Silvretta-Gruppe im Süden und den Verwallbergen im Norden eingerahmt und bietet eine der eindrucksvollsten Hochgebirgskulissen der Ostalpen. Mit dem Piz Buin (3.312 m), dem höchsten Berg Vorarlbergs, und zahlreichen weiteren vergletscherten Dreitausendern ist das Montafon ein Eldorado für Bergsteiger und Alpinisten.

Geografisch untergliedert sich das Montafon in mehrere charakteristische Abschnitte: Der vordere Talbereich mit Schruns als Hauptort und administrativem Zentrum, der mittlere Teil mit den traditionellen Gemeinden Silbertal, St. Gallenkirch und Gargellen, sowie der hintere Talabschnitt mit Gaschurn und Partenen, von wo die Silvretta-Hochalpenstraße zur Bielerhöhe führt. Die Ill durchfließt das gesamte Tal und hat über Jahrtausende diese markante Tallandschaft geformt.

Die Silvretta-Gruppe mit ihren vergletscherten Gipfeln ist das alpinistische Herz des Montafons. Die klassische Piz-Buin-Besteigung von der Wiesbadener Hütte oder der Saarbrücker Hütte gehört zu den beliebtesten Hochtouren der Ostalpen und bietet ein grandioses Gipfelpanorama über das gesamte Silvretta-Massiv. Weitere lohnende Ziele sind die Dreiländerspitze (3.197 m), das Silvrettahorn (3.244 m) und der Ochsentaler Gletscher. Die Silvretta-Hochalpenstraße erschließt dieses hochalpine Gebiet und macht die Welt der Dreitausender auch für weniger ambitionierte Besucher zugänglich.

Die Geschichte des Montafons ist eng mit dem Bergbau verbunden. Jahrhundertelang wurde im Silbertal Silber und Kupfer abgebaut, wovon zahlreiche Stolleneingänge und das Bergbaumuseum zeugen. Diese Tradition hat den Namen des Tals geprägt und die Entwicklung der Region maßgeblich beeinflusst. Später gewann die Wasserkraft an Bedeutung: Die Stauseen der Silvretta, die Kraftwerke im Tal und die imposante Staumauer auf der Bielerhöhe sind Zeugnisse der Energiegewinnung im Hochgebirge.

Ernest Hemingway verbrachte mehrere Winter in Schruns und verfasste hier Teile seines Romans "Fiesta". Diese literarische Verbindung wird im Hemingway-Rundweg gewürdigt, der zu den Orten führt, an denen der Schriftsteller lebte und arbeitete. Die Region hat ihren ursprünglichen Charakter trotz des touristischen Aufschwungs bewahrt: Die charakteristischen Montafoner Holzhäuser mit ihren Schindelfassaden, die traditionelle Tracht und die lokalen Bräuche prägen das kulturelle Leben.

Der Wintersport ist heute die wirtschaftliche Hauptsäule des Montafons. Die Skigebiete Silvretta Montafon, Golm, Gargellen und Kristberg bieten zusammen über 295 Pistenkilometer in unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Die Region ist besonders bekannt für ihre Freeride-Möglichkeiten und zieht Tiefschneeliebhaber aus ganz Europa an. Das Skigebiet Silvretta Montafon mit dem Nova-Gebiet und dem Hochjoch gilt als eines der größten und schneesichersten der Ostalpen.

Im Sommer verwandelt sich das Montafon in ein Paradies für Wanderer und Mountainbiker. Über 500 Kilometer markierte Wanderwege erschließen die Region von gemütlichen Almwanderungen bis zu anspruchsvollen Hochtouren in der Silvretta. Der Montafoner Hüttenrundweg verbindet die Schutzhütten der Region zu einer spektakulären Mehrtagestour. Das Mountainbike-Streckennetz ist eines der umfangreichsten der Alpen, und der Bike-Park am Golm bietet Strecken für alle Könnensstufen.

Die kulinarischen Spezialitäten des Montafons, insbesondere der würzige Montafoner Sura Kees und die traditionellen Gerichte der Almküche, runden das Erlebnis ab. Die Verbindung von hochalpiner Bergwelt, lebendiger Kultur und authentischer Gastfreundschaft macht das Montafon zu einem der vielseitigsten Urlaubsziele der Alpen.

Die Wasserkraft spielt im Montafon eine bedeutende Rolle. Die Illwerke betreiben hier eines der groessten Pumpspeicherkraftwerke Europas, das ueberschuessige Energie speichert und bei Bedarf wieder abgibt. Die Stauseen der Silvretta sind nicht nur technische Meisterwerke, sondern auch eindrucksvolle Landschaftselemente, die Wanderer und Fotografen gleichermassen begeistern. Die Kraftwerksfuehrungen bieten Einblicke in diese faszinierende Verbindung von Natur und Technik.

Die Montafoner Mundart, ein alemannischer Dialekt, wird noch von vielen Einheimischen gesprochen und aktiv gepflegt. Die lokalen Braeuche, von den Funkensonntagen bis zu den Alpabtrieben im Herbst, sind lebendiger Teil des Jahreskreises. Das Montafoner Heimatmuseum in Schruns und die zahlreichen Themenwege dokumentieren diese reiche kulturelle Geschichte. Die Verbindung von hochalpiner Bergwelt, lebendiger Tradition und moderner Infrastruktur macht das Montafon zu einer der charakterstarksten Regionen der Ostalpen.
Highlights
Piz Buin (3312 m) - höchster Berg Vorarlbergs
Silvretta Hochalpenstraße - Panoramaroute zum Silvrettastausee
Silvretta Montafon - größtes Skigebiet der Region
Golm - Abenteuerberg mit Forest Fun Park
Vermuntwerk - historisches Kraftwerk in der Silvretta
Montafoner Heimatmuseum - Kulturgeschichte der Region
Wiegensee - idyllischer Hochgebirgssee
Lünersee - türkisblauer Stausee im Rätikon
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Piz Buin 3.312 m Schwer
Silvrettahorn 3.244 m Schwer
Dreilaenderspitze 3.197 m Schwer
Piz Linard 3.410 m Schwer
Hochjoch 2.520 m Leicht
Versalspitze 2.462 m Mittel
Geschichte
Das Montafon war bereits in der Bronzezeit besiedelt, wie Funde am Bartholomäberg belegen. Die Rätoromanen prägten Sprache und Kultur, bevor die alemannische Besiedlung einsetzte. Im Mittelalter gehörte das Tal zu verschiedenen Herrschaften, darunter den Grafen von Werdenberg und später den Habsburgern. Der Bergbau auf Silber und Eisen war bis ins 19. Jahrhundert bedeutend. Die touristische Erschließung begann im späten 19. Jahrhundert mit dem Bau der Montafonerbahn. Die Silvretta Hochalpenstraße wurde 1954 eröffnet, die Skigebiete ab den 1960er Jahren ausgebaut.
Das Montafon ist von Bludenz über die L188 erreichbar. Die Montafonerbahn verbindet Bludenz mit Schruns (ca. 15 Minuten). Der nächste größere Bahnhof ist Bludenz an der Arlberg-Strecke. Der Flughafen Friedrichshafen ist ca. 100 km, Zürich ca. 150 km entfernt. Während der Skisaison verkehren kostenlose Skibusse. Im Sommer erschließen Wanderbusse die Ausgangspunkte für Bergtouren.
Das Montafon weist ein inneralpines Klima auf mit kontinentalen Zügen. Die jährlichen Niederschläge liegen bei etwa 1.300 mm, wobei die Höhenlagen deutlich mehr erhalten. Die Winter sind kalt und schneereich mit Durchschnittstemperaturen um -4°C im Januar in den Tälern. Die Sommer sind mild bis warm. Die Schneesicherheit ist durch die Höhenlage der Skigebiete (bis 2.430 m) und die Nordstaueffekte der Silvretta gewährleistet. Föhn kann gelegentlich für abrupte Erwärmung sorgen.
Die Skisaison dauert von Dezember bis April mit besten Bedingungen im Januar und Februar. Die Silvretta Hochalpenstraße ist von Juni bis Oktober geöffnet. Für Hochtouren auf Dreitausender ist Juli bis September optimal. Wanderungen in tieferen Lagen sind von Mai bis Oktober möglich. Der Herbst bietet stabile Wetterlagen für Bergtouren. Für Skitouren eignen sich März bis Mai mit günstigem Firn.

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