Lötschental

Schweiz

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Touren
473
Hütten & POIs
3.934 m
Höchster Punkt
170
km² Fläche
Über Lötschental
Das Loetschental ist eines der urspruenglichsten und landschaftlich eindrucksvollsten Taeler des Wallis. Es erstreckt sich vom Rhonetal bei Gampel bis zum Langgletscher am Talschluss und ist von einer imposanten Bergkette mit mehreren Dreitausendern umgeben. Das Tal blieb bis zur Eroeffnung des Loetschbergtunnels 1913 weitgehend isoliert und bewahrte dadurch seine einzigartige Kultur mit den beruehmten Tschaeggaetae-Masken und archaischen Braeuchen.

Geografisch liegt das Loetschental zwischen den Berner Alpen im Norden und den Walliser Alpen im Sueden. Der Langgletscher, einer der laengsten Gletscher des Wallis, reicht bis auf etwa 2000 Meter herab. Die umliegenden Gipfel erreichen beachtliche Hoehen: das Bietschhorn (3934 m) im Sueden, das Loetschentaler Breithorn (3785 m) und das Sattelhorn (3745 m) im Norden. Der Loetschenpass (2690 m) verbindet das Tal mit dem Berner Oberland.

Die Doerfer des Loetschentals - Ferden, Kippel, Wiler und Blatten - haben ihren urspruenglichen Charakter bewahrt. Die charakteristischen Walliser Stadel auf Stelzen, die das Korn vor Nagetieren schuetzten, praegen das Ortsbild. Das Loetschentaler Museum in Kippel dokumentiert die traditionelle Lebensweise und die beruehmten Tschaeggaetae-Masken. Die Holzhaeuser mit ihren geschwärzten Fassaden zeugen von jahrhundertealter Baukunst.

Kulturell ist das Loetschental fuer seine archaischen Braeuche bekannt. Die Tschaeggaetae, vermummte Gestalten mit erschreckenden Holzmasken und Tierfellen, ziehen in der Fasnachtszeit durch die Doerfer. Dieser vorchristliche Brauch soll boese Geister vertreiben. Die Prozessionen zu Fronleichnam und Maria Himmelfahrt werden in traditionellen Trachten begangen. Die Herrgottsgrenadiere in historischen Uniformen sind ein einzigartiges Loetschentaler Brauchtum.

Fuer Bergsteiger bietet das Loetschental anspruchsvolle Ziele. Das Bietschhorn, einer der formschoensten Gipfel der Alpen, erfordert solide alpine Erfahrung. Die Ueberschreitung des Loetschentaler Breithorns ist eine klassische Hochtour. Der Loetschenpass ist eine lohnende Uebergangstour ins Berner Oberland. Die Anenhuttete am Fuss des Langgletschers ist Ausgangspunkt fuer Gletschertouren und die Besteigung des Sattelhorns.

Das Wandernetz im Loetschental ist ausgezeichnet. Der Loetschentaler Hoehenweg fuehrt auf der Sonnenseite durch das gesamte Tal mit grandioser Aussicht auf Gletscher und Viertausender. Die Wanderung zum Langgletscher und zur Faflerboden ist ein Erlebnis. Die Lauchernalp bietet im Sommer Wanderungen, im Winter Skifahren mit Blick auf die Walliser Viertausender. Der Klettersteig an der Bietschhorn-Nordwand ist eine anspruchsvolle Herausforderung.

Die beste Zeit fuer Hochtouren ist Juli bis September. Die Anenhütte, die Loetschenpasshuette und die Bietschhornhuette dienen als Stuetzpunkte. Das Klima ist inneralpin mit relativ trockenen Sommern. Die Anreise erfolgt ueber Goppenstein im Loetschbergtunnel. Das autofreie Loetschental bewahrt seine Ruhe und Urspruenglichkeit.

Das Loetschental bewahrt sein archaisches Brauchtum mit besonderer Intensitaet. Die Tschaeggaetae, vermummte Gestalten mit erschreckenden Holzmasken und Tierfellen, ziehen in der Fasnachtszeit durch die Doerfer und verkoerpern einen uralten, vorchristlichen Brauch zur Vertreibung boeser Geister. Die kunstvoll geschnitzten Masken werden von Generation zu Generation vererbt und im Museum ausgestellt. Die Fronleichnamsprozession mit den Herrgottsgrenadieren in historischen Uniformen ist einzigartig in den Alpen. Die Tierwelt umfasst in den Hochlagen Steinboecke, Gaemsen und Murmeltiere. Der Bartgeier kreist ueber dem Bietschhorn, und in den Laerchenwaeldern leben verschiedene Spechtarten und der Tannenhaeher. Die Flora zeigt seltene Alpenpflanzen und ausgedehnte Laerchenwaelder. Die kulinarischen Spezialitaeten umfassen den wuerzigen Loetschentaler Alpkaese, der auf den Alpen nach ueberlieferten Methoden hergestellt wird. Die Cholera (Gemuese-Kuchen), das Walliser Roggenbrot und das gedoerrte Fleisch gehoeren zur traditionellen Kueche. Die Berghuetten servieren einfache, aber koestliche Gerichte mit Produkten aus dem Tal.

Die saisonalen Hoehepunkte bringen das abgeschiedene Tal zum Leben. Die Tschaeggaetae-Umzuege in der Fasnachtszeit sind der Hoehepunkt des Brauchtums, wenn die erschreckenden Maskentraeger durch die Doerfer ziehen. Die Fronleichnamsprozession mit den Herrgottsgrenadieren ist ein einzigartiges Spektakel. Die Alpabfahrten im Herbst bringen das geschmueckte Vieh ins Tal zurueck.
Highlights
Bietschhorn (3934 m) - markante Bergpyramide
Tschäggättä-Tradition zur Fasnachtszeit
UNESCO-Welterbe Jungfrau-Aletsch
Ursprüngliche Walliser Dorfarchitektur
Lötschentaler Museum in Kippel
Panoramawanderung Lötschentaler Höhenweg
Fafleralp - Ausgangspunkt für Hochtouren
Langgletscher und Annengletscher
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Bietschhorn 3.934 m Sehr schwer
Lötschentaler Breithorn 3.785 m Mittel
Schienhorn 3.807 m Mittel
Wilerhorn 3.307 m Sehr schwer
Hockenhorn 3.293 m Schwer
Petersgrat 3.202 m Mittel
Geschichte
Das Lötschental war über Jahrhunderte ein abgeschiedenes Tal, das nur über schwierige Passwege erreichbar war. Die Besiedlung begann vermutlich im frühen Mittelalter durch Walser, die ihre charakteristische Architektur und Kultur mitbrachten. Die Isolation führte zur Entwicklung einer eigenständigen Kultur und Traditionen.

Die Tschäggättä-Masken, die heute weltweit bekannt sind, haben ihren Ursprung in vorchristlichen Fruchtbarkeitsriten. Während der Fasnacht ziehen die vermummten Gestalten durch die Dörfer - eine Tradition, die trotz des Verbots durch die Kirche im 19. Jahrhundert überlebte und heute zum immateriellen Kulturerbe gehört.

Die Eröffnung der Lötschberg-Bergstrecke 1913 brachte den ersten Wandel, da das Tal nun von Norden her erreichbar wurde. Der Tourismus entwickelte sich sanft, und das Tal bewahrte seinen Charakter. Die Gründung des UNESCO-Welterbes Jungfrau-Aletsch im Jahr 2001 unterstrich die Bedeutung der Region für den Naturschutz.
Das Lötschental ist über Goppenstein erreichbar, das mit dem Autoverlad durch den Lötschberg-Tunnel von Kandersteg aus angebunden ist. Mit dem Auto fährt man ab Goppenstein ins Tal (15 Minuten bis Wiler). Mit der Bahn erreicht man Goppenstein ab Brig oder via Autoverlad ab Kandersteg. Postautoverbindungen erschliessen alle Dörfer im Tal. Der Lötschberg-Basistunnel bietet schnelle Verbindungen von Bern nach Visp, von wo aus der Wechsel nach Goppenstein möglich ist.
Das Lötschental liegt in einer Übergangszone zwischen dem feuchteren Berner Oberland und dem trockenen Wallis. Die Niederschläge sind im Vergleich zum Rhonetal höher (etwa 900-1100 mm/Jahr), was zu einer üppigeren Vegetation führt. Die Sommer sind angenehm warm mit Temperaturen um 18-23°C in den Dörfern.

Die Winter sind schneereich und kalt, was dem Tal seinen Charakter als klassisches Winteridyll verleiht. Die hohe Lage der Dörfer (1200-1550 m) garantiert Schneesicherheit von Dezember bis April. Die Nordhanglage sorgt im Winter für weniger Sonne, aber dafür für hervorragende Schneeverhältnisse.
Für Wanderungen: Mitte Juni bis Oktober, wobei Juli und August die zuverlässigsten Monate sind. Für Hochtouren auf das Bietschhorn: Juli bis September bei stabiler Hochdrucklage. Für Skifahren: Dezember bis April. Die Fasnachtszeit (Februar) ist ideal, um die Tschäggättä-Tradition zu erleben. Der Herbst bietet goldene Lärchenwälder und klare Fernsicht.

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