Kleinwalsertal

Österreich

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Touren
573
Hütten & POIs
2.536 m
Höchster Punkt
97
km² Fläche
Über Kleinwalsertal
Das Kleinwalsertal ist eine österreichische Enklave in Vorarlberg, die geografisch nur über Deutschland (Oberstdorf) erreichbar ist. Diese besondere Lage hat dem Tal eine einzigartige Geschichte und einen besonderen wirtschaftlichen Status beschert, der es bis heute von allen anderen österreichischen Regionen unterscheidet. Das Hochtal erstreckt sich auf einer Länge von etwa 15 Kilometern von Riezlern am Taleingang bis zum Talschluss bei Baad und wird von eindrucksvollen Bergketten der Allgäuer Alpen umrahmt.

Die geografische Besonderheit des Kleinwalsertals zeigt sich in seinen natürlichen Grenzen: Im Norden trennt der Hohe Ifen (2.230 m) das Tal vom Allgäu, im Süden erheben sich die Gipfel der Kanzelwand (2.059 m) und des Widdersteins (2.536 m), und im Osten bildet die Gottesackerwand eine markante Felswand. Diese geschlossene Kesselage macht das Tal zu einem eigenen kleinen Kosmos und prägt sein besonderes Mikroklima. Die Breitach durchfließt das gesamte Tal und vereinigt sich später mit der Stillach zur Iller.

Die Besiedlung des Kleinwalsertals geht auf die Walser zurück, eine alemannische Volksgruppe, die im 13. und 14. Jahrhundert aus dem Schweizer Wallis in verschiedene Hochalpentäler auswanderte. Diese Walser brachten ihre charakteristische Bauweise, ihre Sprache und ihre landwirtschaftlichen Techniken mit und prägten das Tal nachhaltig. Der Walser Dialekt, die traditionellen Holzhäuser und die spezifischen Bräuche der Walser-Kultur sind bis heute lebendig und werden aktiv gepflegt. Das Walsermuseum in Riezlern dokumentiert diese faszinierende Geschichte.

Der rechtliche Sonderstatus des Kleinwalsertals als "Zollanschlussgebiet" zum deutschen Zollgebiet hatte historisch erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Obwohl politisch zu Österreich gehörend, galt hier lange Zeit der Euro als gleichberechtigtes Zahlungsmittel neben dem Schweizer Franken und der Deutschen Mark. Diese Sonderstellung ist zwar mit der EU-Mitgliedschaft Österreichs und der Euroeinführung weniger relevant geworden, prägt aber noch immer das Selbstverständnis der Region.

Für Wanderer und Bergsteiger ist das Kleinwalsertal ein erstklassiges Revier. Die Gipfel der umgebenden Allgäuer Alpen - Hoher Ifen, Widderstein, Mindelheimer Klettersteig und Kanzelwand - bieten Touren für alle Ansprüche. Der Walser Rundweg erschließt das Tal auf sanfte Weise, während erfahrene Bergsteiger die anspruchsvollen Klettersteige und Gratüberschreitungen schätzen. Das Gottesackerplateau, eine beeindruckende Karstlandschaft mit bizarren Felsformationen, ist ein geologisches Juwel und beliebtes Wanderziel.

Im Winter präsentiert sich das Kleinwalsertal als schneesicheres Skigebiet mit direktem Anschluss an die Skigebiete von Oberstdorf. Die Skigebiete Fellhorn-Kanzelwand, Walmendingerhorn und Ifen bieten zusammen über 130 Pistenkilometer in allen Schwierigkeitsgraden. Die Schneesicherheit ist durch die Höhenlage und das Mikroklima des Tals gewährleistet. Langlaufloipen, Winterwanderwege und Rodelbahnen ergänzen das alpine Angebot.

Die vier Gemeinden des Kleinwalsertals - Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad - haben sich zu einem touristischen Verbund zusammengeschlossen und bieten eine hervorragende Infrastruktur bei gleichzeitiger Bewahrung des alpinen Charakters. Die Gastronomie reicht von rustikalen Berghütten bis zu gehobenen Restaurants und vereint Vorarlberger, Allgäuer und Walser Küche zu einer eigenständigen kulinarischen Identität.

Die Kombination aus der einzigartigen rechtlichen und geografischen Sonderstellung, der lebendigen Walser-Kultur, der beeindruckenden Bergwelt und der exzellenten touristischen Erschließung macht das Kleinwalsertal zu einem der charakteristischsten und beliebtesten Urlaubsziele der nördlichen Alpen - ein Stück Österreich, das man nur über Deutschland erreichen kann.

Die Naturvielfalt des Kleinwalsertals ist bemerkenswert. Trotz seiner geringen Groesse beherbergt das Tal verschiedene Lebensraeume von feuchten Talwiesen ueber Bergwalder bis zu alpinen Matten und Karstlandschaften. Das Gottesackerplateau mit seinen bizarren Karrenfeldern und Schrattenkalkformationen ist ein geologisches Juwel von europaeischer Bedeutung. Murmeltiere, Gemsen und mit etwas Glueck auch Steinboecke koennen bei Wanderungen beobachtet werden.

Das Kleinwalsertal hat sich dem sanften Tourismus verschrieben und setzt auf Qualitaet statt Quantitaet. Die Gastgeber legen Wert auf persoenlichen Service und regionale Authentizitaet. Die Kombination aus oesterreichischer Gemuetlichkeit, Walser Eigenstaendigkeit und Allgaeuer Einfluss schafft eine einzigartige Atmosphaere, die Gaeste aus aller Welt anzieht. Das vielfaeltige Angebot an gefuehrten Wanderungen, Naturerlebnisprogrammen und kulturellen Veranstaltungen macht das Tal zu einem idealen Ziel fuer naturverbundene Urlauber.
Highlights
Großer Widderstein (2533 m) - markantes Wahrzeichen des Tales
Skigebiet Oberstdorf-Kleinwalsertal - grenzüberschreitendes Vergnügen
Walser Kultur - lebendiges Brauchtum der Einwanderer
Bergschule Kleinwalsertal - renommierte Alpinausbildung
Walmendinger Horn - Panoramablick per Seilbahn
Schwarzwassertal - unberührte Naturlandschaft
Baad - idyllischer Talschluss
Gottesackerplateau - einzigartige Karstlandschaft
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Grosser Widderstein 2.533 m Schwer
Kleiner Widderstein 2.236 m Mittel
Hoher Ifen 2.230 m Mittel
Kanzelwand 2.059 m Leicht
Walmendinger Horn 1.990 m Leicht
Fellhorn 2.038 m Leicht
Geschichte
Das Kleinwalsertal wurde im 13. und 14. Jahrhundert von Walsern besiedelt, die aus dem Schweizer Wallis auswanderten. Die Walser erhielten besondere Freiheitsrechte und Privilegien. Aufgrund der geografischen Abgeschiedenheit von Österreich entwickelte sich eine eigenständige Kultur. 1891 wurde die Sonderwirtschaftszone eingerichtet, die deutsche Währung galt als Zahlungsmittel. Die touristische Erschließung begann Ende des 19. Jahrhunderts, der Wintersport gewann ab den 1930er Jahren an Bedeutung. Die ersten Bergbahnen wurden in den 1950er Jahren gebaut, das grenzüberschreitende Skigebiet entstand in den folgenden Jahrzehnten.
Das Kleinwalsertal ist ausschließlich über Deutschland (Oberstdorf) erreichbar. Von der A7 Ausfahrt Oberstdorf folgt man der B19 ins Tal. Der nächste Bahnhof ist Oberstdorf mit Verbindungen nach München und Ulm. Der Flughafen Memmingen ist ca. 70 km, München etwa 180 km entfernt. Der Walserbus verbindet alle Ortschaften regelmäßig und ist für Gäste mit Gästekarte kostenlos. Im Winter verkehren Skibusse zu allen Talstationen.
Das Kleinwalsertal hat ein feuchtes alpines Klima mit hohen Niederschlägen (über 1.800 mm/Jahr). Die Nordstaulage sorgt für überdurchschnittliche Schneemengen. Die Winter sind kalt und schneereich, die Sommer mild mit häufigen Niederschlägen. Die Höhenlage des Tales (über 1.000 m) garantiert relativ kühle Temperaturen auch im Hochsommer. Die natürliche Schneesicherheit ist eine der höchsten in den Nordalpen. Föhnlagen sind selten und bringen gelegentlich warme, trockene Perioden.
Die Wandersaison erstreckt sich von Mai bis Oktober, alpine Touren sind von Juni bis September optimal. Die Skisaison dauert dank hoher Schneesicherheit von Dezember bis April. Im Frühjahr (März-Mai) sind die Bedingungen für Skitouren besonders gut. Der Herbst bietet oft stabile Hochdrucklagen mit herrlichem Wanderwetter. Winter und Frühjahr sind ideal für Schneeschuhwanderungen und Langlauf.

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