Karwendel

Deutschland

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Touren
1.537
Hütten & POIs
2.749 m
Höchster Punkt
920
km² Fläche
Über Karwendel
Das Karwendel ist das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet der Nördlichen Kalkalpen und eine der wildesten und ursprünglichsten Bergregionen im gesamten Alpenraum zwischen Bayern und Tirol. Mit der Birkkarspitze (2.749 m) als höchstem Gipfel erstreckt sich dieses imposante Kalksteinmassiv über eine Fläche von etwa 920 Quadratkilometern und bildet eine urwüchsige Wildnis, die in ihrer Ursprünglichkeit einzigartig in den Ostalpen ist. Die zerklüfteten Felswände, tief eingeschnittenen Täler, weitläufigen Karwiesen und einsamen Hochplateaus schaffen eine Landschaft von überwältigender Schönheit und beeindruckender Stille.

Die geografische Gliederung des Karwendels umfasst vier große Hauptketten, die sich von West nach Ost erstrecken. Die Nördliche Karwendelkette bildet mit der Westlichen und Östlichen Karwendelspitze den nördlichen Abschluss und bietet grandiose Ausblicke ins bayerische Voralpenland. Die Hinterautal-Vomper-Kette mit dem Hochnissl und der Lalidererspitze beeindruckt durch ihre gewaltigen Nordwände. Die Gleirsch-Halltal-Kette im Zentrum beherbergt mit dem Großen Bettelwurf einen markanten Gipfel und das historisch bedeutsame Halltal mit seinen alten Salzbergwerken. Die Südliche Karwendelkette schließlich erhebt sich majestätisch über dem Inntal und bildet die imposante Bergkulisse von Innsbruck.

Der Naturpark Karwendel, 2009 gegründet und mit 727 Quadratkilometern der größte Naturpark Österreichs, schützt diese einzigartige alpine Wildnis mit strengen Schutzbestimmungen. Die Kernzone des Parks ist weitgehend unerschlossen und bietet Lebensraum für eine bemerkenswerte Tierwelt. Steinadler kreisen über den Graten, Gämsen und Steinböcke klettern durch die Felswände, und große Murmeltierkolonien bevölkern die Almwiesen. Das Karwendel ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für Alpentiere in den Ostalpen und spielt eine bedeutende Rolle für den Artenschutz.

Die kulturelle und historische Bedeutung des Karwendels ist eng mit der Almwirtschaft und dem Bergbau verbunden. Das Halltal bei Absam war jahrhundertelang eines der wichtigsten Salzabbaugebiete Tirols, und die Spuren des mittelalterlichen Bergbaus sind noch heute sichtbar. Die traditionsreiche Almwirtschaft hat über Generationen die Kulturlandschaft der Karwiesen geprägt. Die Eng-Alm im Großen Ahornboden gilt als eine der schönsten und bekanntesten Almen der gesamten Alpen. Hier weiden im Sommer Hunderte von Kühen zwischen majestätischen, bis zu 600 Jahre alten Bergahornbäumen - eine Landschaft von märchenhafter Schönheit, die jährlich Zehntausende Besucher anzieht.

Die touristischen Möglichkeiten im Karwendel sind vielfältig, wobei der Charakter der Wildnis im Vordergrund steht. Anders als in anderen Gebirgsgruppen gibt es hier keine Bergbahnen und nur wenige ausgebaute Straßen. Die Erschließung erfolgt über ein Netz von Wanderwegen und Hütten, das ambitionierte Bergsteiger in eine Welt führt, die noch weitgehend ursprünglich geblieben ist. Der Karwendel-Höhenweg, eine mehrtägige Durchquerung des Gebirges, zählt zu den klassischen Höhenwegen der Alpen und bietet unvergessliche Erlebnisse in hochalpiner Umgebung. Zahlreiche DAV-Hütten wie die Karwendelhaus, die Falkenhütte und die Lamsenjochhütte bieten Bergsteigern Unterkunft und Verpflegung.

Auf bayerischer Seite bildet Mittenwald am Fuße der Westlichen Karwendelspitze das touristische Zentrum. Der traditionsreiche Ort ist weltberühmt für seinen Geigenbau, der seit dem 17. Jahrhundert hier gepflegt wird und zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe zählt. Die Karwendelbahn führt von Mittenwald auf die Westliche Karwendelspitze und erschließt eine spektakuläre Aussichtsplattform mit Blicken über das gesamte Gebirge. Von hier führen Wanderwege unterschiedlicher Schwierigkeit in die Bergwelt. Der Dammkar, eine der längsten Skiabfahrten der Alpen, zieht im Winter Freerider aus ganz Europa an.

Das Klima des Karwendels ist rau und kontinental geprägt, mit kalten Wintern und kurzen, aber intensiven Sommern. Die Niederschläge sind moderat, weshalb die Vegetation karger ist als in niederschlagsreicheren Gebirgsgruppen. Die beste Zeit für Bergtouren ist von Juni bis September, wobei Gewitter und rasche Wetterwechsel jederzeit möglich sind. Im Winter ist das Karwendel weitgehend unzugänglich und bietet Skitouren nur für sehr erfahrene Bergsteiger.

Die einzigartige Kombination aus alpiner Wildnis, urwüchsiger Natur und relativer Stille macht das Karwendel zu einem Sehnsuchtsort für alle, die authentische Bergerlebnisse abseits der touristischen Zentren suchen. Die strenge Naturschutzpolitik und die bewusste Zurückhaltung bei der touristischen Erschließung haben dieses Gebirge als eines der letzten großen Wildnisgebiete der Alpen bewahrt. Wer hierher kommt, findet Bergerlebnisse, die in ihrer Ursprünglichkeit und Intensität einzigartig sind - ein Gegenpol zur durchorganisierten Erlebniswelt anderer Alpenregionen und ein Refugium für Naturliebhaber und ambitionierte Bergsteiger gleichermaßen.
Highlights
Großer Ahornboden - Europas größter Bergahorn-Bestand
Eng-Alm mit traditioneller Almwirtschaft und Käserei
Karwendelspitze mit Panoramablick bis zum Großglockner
Naturpark Karwendel - größtes Schutzgebiet der Nordalpen
Eppzirler Alm und Soiernhäuser
Vomper Loch - tiefste Schlucht Mitteleuropas
Karwendelbahn Mittenwald
Falkenhütte mit Blick auf Laliderer Wände
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Birkkarspitze 2.749 m Schwer
Östliche Karwendelspitze 2.537 m Mittel
Westliche Karwendelspitze 2.385 m Leicht
Lamsenspitze 2.508 m Schwer
Laliderer Falk 2.428 m Sehr schwer
Soiernspitze 2.253 m Mittel
Große Seekarspitze 2.677 m Schwer
Kaltwasserkarspitze 2.733 m Sehr schwer
Geschichte
Das Karwendel hat eine lange Geschichte menschlicher Nutzung, die bis in die Bronzezeit zurückreicht. Der Salzabbau im Halltal bei Hall in Tirol prägte die Region seit dem 13. Jahrhundert und machte die Stadt zu einem der wichtigsten Salzproduktionsorte Europas. Die Almwirtschaft, besonders im Engtal und am Ahornboden, hat Jahrhunderte alte Traditionen. Die Erschließung für den Alpinismus begann im 19. Jahrhundert mit Pionieren wie Hermann von Barth, der 1870 das Karwendel systematisch erforschte. Die Karwendelbahn wurde 1912 eröffnet und brachte den Tourismus nach Mittenwald. Das Karwendelhaus und die anderen Schutzhütten ermöglichten mehrtägige Durchquerungen durch dieses weitläufige Gebirge.
Mittenwald im Norden ist der wichtigste bayerische Ausgangspunkt, erreichbar per Bahn von München (ca. 2 Stunden) oder über die A95 und B2. Von Innsbruck im Süden führen Straßen ins Halltal und nach Scharnitz. Die Eng-Alm im Großen Ahornboden erreicht man über die Mautstraße von Hinterriß (nur im Sommer). Die Karwendelbahn verbindet Mittenwald mit der Karwendelspitze. Mehrere RVO-Buslinien erschließen die Region von Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck.
Das Karwendel-Klima ist durch starke Temperaturunterschiede zwischen den tief eingeschnittenen Tälern und den Gipfelregionen geprägt. Die Niederschläge sind in den Staulagen der Nordketten besonders hoch, während die Innerkarwendel-Täler vergleichsweise trocken sind. Schneesicherheit herrscht in den Hochlagen von November bis Mai. Die sommerlichen Gewitter können heftig sein und erfordern frühen Aufbruch bei alpinen Unternehmungen. Im Herbst herrschen oft stabile Hochdrucklagen mit außergewöhnlicher Fernsicht.
Die optimale Wanderzeit im Karwendel liegt zwischen Juni und Oktober. Für Hochtouren auf die Hauptgipfel eignen sich Juli bis September am besten. Die Eng-Alm und der Ahornboden sind besonders im Frühherbst (September/Oktober) zur Laubfärbung sehenswert. Skitouren sind von Dezember bis April möglich, wobei die Lawinenlage sorgfältig zu beachten ist. Im Winter sind viele Hütten geschlossen.

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