Hohe Tauern

Österreich

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Touren
3.262
Hütten & POIs
3.798 m
Höchster Punkt
1.800
km² Fläche
Über Hohe Tauern
Die Hohen Tauern bilden das Herzstück der Ostalpen und beherbergen mit dem Großglockner (3.798 m) den höchsten Berg Österreichs sowie mit dem Großvenediger (3.657 m) den vierthöchsten Gipfel des Landes. Die Gebirgsgruppe erstreckt sich auf einer Länge von etwa 120 Kilometern vom Brenner im Westen bis zum Katschberg im Osten und umfasst den größten Nationalpark der Alpen sowie eines der bedeutendsten Gletschergebiete außerhalb der Polarregionen.

Geografisch bilden die Hohen Tauern die zentrale Wasserscheide der Ostalpen: Nach Norden entwässern sie über Salzach und Inn zur Donau, nach Süden über Drau und Mur. Die Gruppe wird traditionell in drei Teilgebiete untergliedert: die Venedigergruppe im Westen mit ausgedehnten Gletschern, die Granatspitzgruppe als Verbindung zur Glocknergruppe, und eben diese zentrale Glocknergruppe mit dem Großglockner und dem mächtigen Pasterzengletscher, dem längsten Gletscher der Ostalpen. Im Osten schließen sich die Goldberggruppe, Ankogelgruppe und die Reißeckgruppe an.

Der Nationalpark Hohe Tauern wurde 1981 gegründet und ist mit einer Fläche von 1.856 Quadratkilometern der größte Nationalpark der Alpen und einer der größten Europas. Er erstreckt sich über drei österreichische Bundesländer - Salzburg, Tirol und Kärnten - und schützt eine einzigartige Biodiversität: Über 10.000 Tier- und 3.500 Pflanzenarten haben hier ihren Lebensraum, darunter Steinadler, Bartgeier, Steinböcke und Gämsen. Die artenreichen Blumenwiesen und die alpinen Raritäten der Hochlagen machen die Hohen Tauern zu einem botanischen Schatzkästchen.

Die Gletscher der Hohen Tauern sind von besonderer Bedeutung, auch wenn sie wie alle Alpengletscher vom Klimawandel betroffen sind. Die Pasterze am Fuß des Großglockners war einst neun Kilometer lang und ist trotz des dramatischen Rückgangs noch immer eindrucksvoll. Der Obersulzbachkees, der Venedigerkees und zahlreiche weitere Gletscher prägen die Hochregionen und bilden das Quellgebiet wichtiger Flüsse. Die Krimmler Wasserfälle, mit 380 Metern Fallhöhe die höchsten Europas, werden von den Schmelzwässern dieser Gletscher gespeist.

Für Bergsteiger und Alpinisten sind die Hohen Tauern ein Paradies. Die Besteigung des Großglockners über den Normalweg von der Erzherzog-Johann-Hütte gehört zu den klassischen Hochtouren der Alpen und erfordert alpine Erfahrung sowie Gletscherausrüstung. Der Großvenediger gilt als der höchste "leichte" Dreitausender der Ostalpen und ist ein beliebtes Ziel für Einsteiger in das Hochtourengebiet. Die Wiener Höhenweg, der Tauernhöhenweg und der Gletscherweg Innergschlöss erschließen diese eindrucksvolle Hochgebirgslandschaft für Weitwanderer.

Die Großglockner Hochalpenstraße, 1935 eröffnet, ist eine der spektakulärsten Panoramastraßen der Welt und macht die Hochgebirgswelt auch für nicht-alpine Besucher zugänglich. Auf 48 Kilometern Länge überwindet sie 36 Kehren und führt bis zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2.369 Metern, von wo aus der Blick auf den Großglockner und die Pasterze atemberaubend ist. Das Besucherzentrum hier informiert über Geologie, Glaziologie und Ökologie des Nationalparks.

Die historische Bedeutung der Hohen Tauern reicht bis in die Bronzezeit zurück, als Saumpfade den Alpenhauptkamm querten. Gold- und Silberabbau prägten die Region ab dem Mittelalter, wovon die alte Bergbausiedlung am Tauerngold und das Goldbergwerk im Gasteiner Tal zeugen. Die Tauernbahn, 1909 eröffnet, durchquert die Gebirgsgruppe und war ein Meisterwerk der Ingenieurskunst.

Heute sind die Hohen Tauern Sehnsuchtsziel für Naturliebhaber, Bergsteiger und Wissenschaftler gleichermaßen. Die Kombination aus hochalpiner Wildnis, spektakulärer Gletscherwelt und dem Schutzstatus des Nationalparks macht diese Region zu einem der wertvollsten Naturerbegebiete Europas und zu einem unverzichtbaren Refugium für alpine Biodiversität.

Die Hohen Tauern sind zudem ein Brennpunkt fuer Umweltbildung und Naturvermittlung. Die Nationalparkverwaltung bietet ein umfangreiches Programm an gefuehrten Wanderungen, Vortraegen und Workshops an, die Besuchern die oekologischen Zusammenhaenge der hochalpinen Welt nahebringen. Die Besucherzentren in Mittersill, Mallnitz und Matrei informieren interaktiv ueber Geologie, Fauna und Flora des Schutzgebiets. Die Junior-Ranger-Programme begeistern bereits Kinder fuer den Naturschutz und die Wunder der alpinen Welt.
Highlights
Großglockner (3798 m) - Österreichs höchster Berg
Nationalpark Hohe Tauern - größtes Schutzgebiet der Alpen
Pasterze - der längste Gletscher Österreichs
Großglockner Hochalpenstraße - spektakuläre Panoramaroute
Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf Gletscher und Gipfel
Krimmler Wasserfälle - die höchsten Wasserfälle Europas
Weißsee und Tauernmoossee - kristallklare Hochgebirgsseen
Historische Goldgräberwege im Rauriser Tal
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Grossglockner 3.798 m Schwer
Grossvenediger 3.657 m Schwer
Sonnblick 3.106 m Mittel
Wiesbachhorn 3.564 m Sehr schwer
Kitzsteinhorn 3.203 m Leicht
Johannisberg 3.453 m Schwer
Geschichte
Die Geschichte der Hohen Tauern reicht weit zurück. Bereits in der Bronzezeit nutzten Menschen die Tauernübergänge als Handelswege. Der Goldbergbau im Rauriser Tal erreichte im 16. Jahrhundert seinen Höhepunkt. Die Erstbesteigung des Großglockners erfolgte am 28. Juli 1800 durch eine Expedition unter der Leitung von Fürstbischof Franz Xaver von Salm-Reifferscheidt. Der Nationalpark wurde 1981 gegründet und sukzessive erweitert. Die Großglockner Hochalpenstraße, ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, wurde 1935 eröffnet und zählt heute zu den spektakulärsten Panoramastraßen der Welt.
Die Hohen Tauern sind von mehreren Seiten erreichbar. Von Norden über Salzburg und das Salzachtal nach Zell am See und weiter ins Kapruner Tal. Von Süden über Kärnten und das Mölltal nach Heiligenblut. Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet Fusch im Norden mit Heiligenblut im Süden. Der nächste Flughafen ist Salzburg (ca. 100 km). Die Tauernbahn führt von Salzburg nach Spittal-Millstättersee mit Anschlussmöglichkeiten. Postbusse verkehren regelmäßig in die wichtigsten Talschaften.
Das Klima in den Hohen Tauern ist durch große Höhenunterschiede geprägt. In den Tallagen herrscht gemäßigtes Klima, während die Hochgebirgsregionen alpine bis nivale Bedingungen aufweisen. Die jährliche Niederschlagsmenge ist überdurchschnittlich, wobei die Nordstaulagen besonders niederschlagsreich sind. Oberhalb von 3.000 m liegt ganzjährig Schnee. Die Gletscher der Region sind vom Klimawandel betroffen und haben in den letzten Jahrzehnten deutlich an Masse verloren. Die Sommer sind in den Tälern warm, während es auf den Gipfeln auch im Hochsommer zu Schneefällen kommen kann.
Die optimale Besuchszeit für Wanderungen und Bergtouren ist von Mitte Juni bis Mitte September. Die Großglockner Hochalpenstraße ist typischerweise von Mai bis Oktober geöffnet, wobei Frühjahrs- und Herbstöffnung wetterabhängig sind. Hochtouren auf vergletscherte Gipfel sind am besten von Juli bis Anfang September möglich, wenn die Schnee- und Eisverhältnisse stabil sind. Für Skitouren eignen sich die Monate März bis Mai. Die Hütten sind meist von Juni bis September bewirtschaftet.

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