Écrins

Frankreich

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Touren
746
Hütten & POIs
4.102 m
Höchster Punkt
918
km² Fläche
Über Écrins
Der Nationalpark Écrins (Parc national des Écrins) ist das zweitgrößte Schutzgebiet Frankreichs und umfasst eines der wildesten und ursprünglichsten Hochgebirgsmassive der gesamten Alpen. Im Herzen der französischen Dauphiné gelegen, erstreckt sich das Massiv über die Departements Isère und Hautes-Alpes und bietet eine einzigartige Kombination aus vergletscherten Viertausendern, tief eingeschnittenen Tälern und einer bemerkenswerten Artenvielfalt. Mit über 150 Gipfeln über 3.000 Meter und einer Fläche von 918 Quadratkilometern Kernzone gehören die Écrins zu den bedeutendsten Hochgebirgsregionen der Alpen.

Der höchste Gipfel des Massivs ist die Barre des Écrins (4.102 m), der südlichste Viertausender der Alpen und der höchste Berg Frankreichs außerhalb des Mont-Blanc-Massivs. Weitere bedeutende Gipfel sind der Dôme de Neige des Écrins (4.015 m), La Meije (3.983 m) mit ihrer berühmten und schwierigen Traversierung, der Mont Pelvoux (3.946 m), die Ailefroide (3.954 m) und das Pic Coolidge (3.774 m). Die Nordwand der Meije, einst als unbezwingbar geltend, wurde erst 1877 von Boileau de Castelnau bezwungen und gehört noch heute zu den anspruchsvollsten Klassikern der Alpen.

Das Écrins-Massiv beherbergt etwa 100 Gletscher mit einer Gesamtfläche von rund 170 Quadratkilometern, darunter den Glacier Blanc und den Glacier Noir, die zu den größten Gletschern Frankreichs außerhalb des Mont-Blanc-Gebiets zählen. Die geologische Struktur ist geprägt von kristallinem Gestein, vorwiegend Gneis und Granit, das spektakuläre Felswände und Grate geformt hat. Die tief eingeschnittenen Täler wie das Vénéon-Tal, das Vallouise-Tal und das Valgaudemar bieten dramatische landschaftliche Kontraste.

Die Geschichte des Alpinismus in den Écrins ist reich an Pioniertaten. Die Erstbesteigung der Barre des Écrins durch Edward Whymper und Mitglieder des Alpine Club im Jahr 1864 markierte einen Meilenstein in der Erschließung der französischen Hochalpen. Die Meije widerstand allen Besteigungsversuchen bis 1877 und galt als letzter großer unbezwungener Gipfel der Alpen. Namen wie Pierre Gaspard, der Erstbesteiger der Meije, und die britischen Pioniere des Alpine Club sind untrennbar mit der alpinistischen Geschichte der Écrins verbunden.

Der 1973 gegründete Nationalpark schützt eine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt. Steinadler, Bartgeier (die hier erfolgreich wiederangesiedelt wurden), Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere bevölkern das Gebiet. Die Flora umfasst über 1.800 Pflanzenarten, darunter seltene Alpenpflanzen und Endemiten. Die ursprüngliche Landschaft ohne Skigebiete im Kerngebiet und mit nur wenigen Seilbahnen macht die Écrins zu einem Refugium für naturnahes Bergerleben.

Für Bergsteiger und Wanderer bieten die Écrins ein umfangreiches Netz an Berghütten (refuges) und markierten Wegen. Der Tour des Écrins, ein mehrtägiger Höhenweg, umrundet das Massiv und bietet spektakuläre Ausblicke auf die Hochgebirgswelt. Hochtouren auf die Viertausender, Kletterrouten aller Schwierigkeitsgrade und ausgedehnte Gletscherwanderungen machen die Écrins zu einem vielseitigen Ziel. Die relative Abgeschiedenheit und geringere Überlaufung im Vergleich zum Mont-Blanc-Gebiet machen die Écrins besonders attraktiv für Bergsteiger, die ursprüngliche alpine Erfahrungen suchen.

Die Besonderheit der Écrins liegt in ihrer Ursprünglichkeit und Wildheit. Als eines der am wenigsten erschlossenen Hochgebirgsmassive der Alpen bieten die Écrins ein authentisches Bergerlebnis abseits des Massentourismus. Die traditionellen Bergdörfer wie La Bérarde, Saint-Christophe-en-Oisans und Ailefroide bewahren die alpine Kultur und dienen als Ausgangspunkte für Touren in das Herz des Massivs. Die Kombination aus extremem Hochgebirge, reicher Naturlandschaft und alpiner Authentizität macht die Écrins zu einem der wertvollsten Naturschätze der französischen Alpen.
Highlights
Barre des Ecrins (4102m) - suedlichster 4000er
La Meije mit legendaerer Traverse
Parc National des Ecrins
La Grave - authentisches Bergsteigerdorf
Glacier Blanc und Refuge des Ecrins
Ailefroide - Klettermekka der Dauphine
Col du Lautaret - botanischer Alpengarten
Vallee du Veneon mit wilden Gletschern
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Barre des Ecrins 4.102 m Sehr schwer
La Meije 3.983 m Sehr schwer
Ailefroide 3.954 m Schwer
Pelvoux 3.932 m Schwer
Pic Sans Nom 3.913 m Schwer
Mont Pelvoux 3.943 m Schwer
Rateau 3.809 m Schwer
Pic Coolidge 3.774 m Schwer
Geschichte
Die Erschliessung des Ecrins-Massivs begann spaeter als in den Nordalpen. Die Barre des Ecrins wurde erst 1864 durch Adolphus Warburton Moore, Horace Walker und Edward Whymper mit den Fuehrern Michel Croz und Christian Almer erstbestiegen - also 78 Jahre nach dem Mont Blanc.

La Meije, der formschoenste Gipfel des Massivs, widerstand allen Besteigungsversuchen bis 1877, als Boileau de Castelnau mit den Fuehrern Pierre Gaspard und seinem Sohn die "letzte grosse Alpenspitze" bezwang. Die schwierige Traverse der Meije (1885) gehoert bis heute zu den grossen klassischen Unternehmungen der Alpen.

Das 20. Jahrhundert sah die Entwicklung des Ortes La Grave als Bergsteigerzentrum und die Gruendung des Nationalparks 1973 zum Schutz dieser einzigartigen Wildnis. Die Region blieb bewusst wenig erschlossen - La Grave besitzt als einziger groesserer Ort nur eine einzige Seilbahn ohne praeparierte Pisten.
Die Ecrins sind von mehreren Seiten zugaenglich:

Von Norden: La Grave und der Col du Lautaret sind ueber Grenoble (100 km) und die Route Napoleon (N85) sowie ueber Briancon erreichbar. Naechster Bahnhof ist Grenoble mit TGV-Anschluss nach Paris.

Von Sueden: Das Vallouise und Ailefroide erreicht man ueber Gap und Briancon. Gap hat einen kleinen Regionalflughafen und Bahnverbindungen.

Von Osten: Briancon, die hoechstgelegene Stadt Frankreichs, ist ein guter Ausgangspunkt fuer die oestlichen Taeler.

Mit dem Flugzeug: Naechste groessere Flughaefen sind Lyon (LYS, 180 km von La Grave), Grenoble (GNB, 100 km) und Turin (TRN, 130 km via Col du Montgenevre).

Vor Ort ist ein eigenes Fahrzeug empfehlenswert, da der oeffentliche Nahverkehr begrenzt ist. In der Sommersaison verkehren Busse zwischen den Hauptorten.
Das Klima der Ecrins ist vom mediterranen Einfluss aus dem Sueden gepraegt, was zu einer besonderen Kombination aus intensiver Sonneneinstrahlung und erheblichen Niederschlaegen fuehrt. Die Taeler geniessen ein milderes Klima als die Nordalpen mit warmen Sommern.

Im Hochgebirge sind die Bedingungen jedoch extrem. Die suedliche Lage bedeutet staerkere Sonneneinstrahlung, was die Gletscher und Schneefelder frueh am Tag weich werden laesst. Fruehe Aufbrueche sind daher noch wichtiger als in noerdlicheren Gebirgen. Die Gewitter koennen heftig sein und entwickeln sich oft schnell aus dem Nichts.

Niederschlaege fallen hauptsaechlich im Fruehling und Herbst. Die Winter sind schneereich, wobei die Lawinengefahr in den steilen Taelern erheblich sein kann. Die Gletscher sind ruecklaeufig, aber noch immer bedeutend - der Glacier Blanc ist einer der groessten Frankreichs.
Die Hauptsaison fuer Hochtouren im Ecrins ist von Mitte Juni bis Mitte September. Die stabilsten Verhaeltnisse finden sich typischerweise im Juli, waehrend der August oft von Gewittern gepraegt ist. Fuer anspruchsvolle Gipfel wie die Barre des Ecrins oder La Meije ist gute Kondition und Akklimatisation wichtig.

Skitouren sind von Maerz bis Mai moeglich, mit ausgezeichneten Verhaeltnissen im April. La Grave bietet mit seiner einzigartigen Seilbahn Zugang zu extremem Freeride-Gelaende von Dezember bis April.

Wanderungen in den unteren Regionen sind von Juni bis Oktober moeglich. Der GR54 Tour des Ecrins umrundet das gesamte Massiv und ist typischerweise von Anfang Juli bis Ende September begehbar.
Karte
Auf einen Blick
  • Hauptort La Grave
  • Höchster Gipfel Barre des Ecrins
  • Fläche 918 km²
  • Höhenbereich 800 - 4.102 m
  • Land Frankreich
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