Allgäuer Alpen

Deutschland

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Touren
2.469
Hütten & POIs
2.657 m
Höchster Punkt
2.100
km² Fläche
Über Allgäuer Alpen
Die Allgäuer Alpen erstrecken sich vom bayerischen Allgäu über Tirol bis nach Vorarlberg und gelten als eines der schönsten und vielseitigsten Wandergebiete der gesamten Ostalpen. Diese beeindruckende Gebirgsgruppe umfasst eine Fläche von etwa 2.100 Quadratkilometern und reicht vom sanft gewellten Alpenvorland bis zu hochalpinen Gipfelregionen mit ewigem Schnee und kleinen Gletscherresten. Die charakteristische Vielfalt dieser Bergwelt zeigt sich im ständigen Wechsel zwischen saftig grünen Almwiesen, schroffen Felsgipfeln, kristallklaren Bergseen und wildromantischen Schluchten.

Die geografische Lage der Allgäuer Alpen ist geprägt von ihrer Position als westlichster Teil der Bayerischen Alpen. Im Norden grenzen sie an das Alpenvorland mit seinen sanften Moränenlandschaften und idyllischen Seen wie dem Alpsee und dem Großen Alpsee. Nach Süden und Westen erstreckt sich das Gebirge bis ins österreichische Tirol und Vorarlberg, wobei der Grenzverlauf oft über aussichtsreiche Berggrate führt. Die Iller, der wichtigste Fluss der Region, entspringt im Herzen der Allgäuer Alpen bei Oberstdorf und hat mit ihren Zuflüssen ein vielfältig verzweigtes Talsystem geschaffen.

Die bedeutendsten Gipfel der Allgäuer Alpen bieten alpine Herausforderungen verschiedenster Art. Der Hochvogel (2.592 m) an der bayerisch-tirolerischen Grenze ist durch seine markante Pyramidenform weithin sichtbar und zählt zu den meistbestiegenen Gipfeln der Region. Die Mädelegabel (2.645 m) und der Große Krottenkopf (2.656 m) sind die höchsten Erhebungen und fordern erfahrene Bergsteiger mit anspruchsvollen Anstiegen. Besonders einzigartig ist die Höfats (2.258 m) mit ihren ungewöhnlich steilen Grasflanken, die botanisch zu den bedeutendsten Bergen der Alpen zählt und seltene Pflanzenarten wie die Allgäuer Braunelle und zahlreiche Orchideenarten beherbergt. Das Nebelhorn (2.224 m), das Fellhorn und der Söllereck sind durch moderne Bergbahnen erschlossen und bieten auch weniger geübten Wanderern Zugang zur Gipfelwelt.

Oberstdorf, der südlichste Ort Deutschlands und höchstgelegene Markt im Oberallgäu, ist das touristische und sportliche Zentrum der Region. Der traditionsreiche Ort blickt auf eine über 150-jährige Geschichte als Kurort und Wintersportzentrum zurück. Die Skiflugschanze am Schattenberg ist regelmäßig Austragungsort der Vierschanzentournee und internationaler Skiflug-Weltmeisterschaften. Im Sommer erschließen die Nebelhornbahn, die Fellhornbahn und die Söllereckbahn ein weitläufiges Wandergebiet mit grandiosen Panoramen über die gesamte Allgäuer Bergwelt bis hin zu den Schweizer Alpen.

Das Kleinwalsertal, eine österreichische Exklave ohne Straßenverbindung zum übrigen Österreich, gehört wirtschaftlich und verkehrstechnisch zum deutschen Allgäu und bildet einen integralen Bestandteil dieses Wanderparadieses. Die Orte Riezlern, Hirschegg und Mittelberg bieten eine hervorragende touristische Infrastruktur und sind Ausgangspunkt für unzählige Bergtouren unterschiedlichster Schwierigkeitsgrade. Der Hohe Ifen mit seinen charakteristischen Felsplateaus und der Widderstein mit seiner markanten Silhouette sind die bekanntesten Gipfel dieses Tals.

Der Heilbronner Weg, einer der berühmtesten und spektakulärsten Höhenwege der gesamten Alpen, führt über aussichtsreiche Grate und durch wilde Felspassagen von der Rappenseehütte zur Kemptner Hütte. Diese anspruchsvolle zweitägige Tour gilt als Klassiker des alpinen Höhenwanderns und bietet unvergessliche Ausblicke auf das Herz der Allgäuer Hochalpen. Der Hindelanger Klettersteig am Nebelhorn und der Mindelheimer Klettersteig ergänzen das Angebot für Klettersteiggänger mit gesicherten Eisenwegen durch spektakuläre Felslandschaften.

Die kulturelle Bedeutung der Allgäuer Alpen spiegelt sich in der lebendigen Tradition der Alpwirtschaft wider. Über 700 Alpen werden im Sommer bewirtschaftet, und die Viehscheid, der traditionelle Almabtrieb im September, ist eines der größten Volksfeste des Allgäus. Die prächtig geschmückten Kühe werden festlich ins Tal getrieben, begleitet von Blasmusik und Trachtengruppen. Das Allgäuer Brauchtum, die Holzschnitzkunst und die traditionelle Käseherstellung mit dem bekannten Allgäuer Bergkäse prägen das kulturelle Leben bis heute.

Das Klima der Allgäuer Alpen ist ausgesprochen niederschlagsreich, was die üppige Vegetation und die saftigen Almwiesen erklärt. Die beste Wanderzeit erstreckt sich von Juni bis Oktober, wobei der Spätsommer und Frühherbst oft stabilere Wetterverhältnisse bieten. Im Winter fallen reichlich Schneemengen, die die Region zu einem beliebten Skigebiet machen. Die Naturvielfalt umfasst eine bemerkenswerte Flora mit über 1.300 Pflanzenarten sowie eine reiche Tierwelt mit Gämsen, Steinadlern, Murmeltieren und seltenen Schmetterlingen wie dem Apollofalter.
Highlights
Nebelhorn - Gipfelstation mit 400-Gipfel-Blick
Heilbronner Weg - legendärer Höhenweg
Fellhorn/Kanzelwand - Blumenparadies mit Zwei-Länder-Skigebiet
Kleinwalsertal - Österreich im Allgäu
Breitachklamm - tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas
Christlessee - kristallklarer Bergsee
Rappenseehütte - höchstgelegene DAV-Hütte der Allgäuer Alpen
Skiflugschanze Oberstdorf
Bekannte Gipfel
Gipfel Höhe Schwierigkeit
Großer Krottenkopf 2.657 m Mittel
Mädelegabel 2.644 m Mittel
Biberkopf 2.599 m Mittel
Trettachspitze 2.595 m Schwer
Hochvogel 2.592 m Mittel
Höfats 2.258 m Sehr schwer
Nebelhorn 2.224 m Leicht
Fellhorn 2.038 m Leicht
Geschichte
Die Allgäuer Alpen wurden bereits im Mittelalter von Hirten und Bauern genutzt. Die Alpwirtschaft prägt die Region seit Jahrhunderten und ist auch heute noch lebendig. Im 19. Jahrhundert begann der Alpinismus die Region zu erschließen - der Hochvogel wurde 1843 erstmals bestiegen.

Der Bau der Nebelhornbahn 1930 machte die Hochgebirgswelt auch für weniger geübte Wanderer zugänglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Oberstdorf zu einem der bedeutendsten Wintersportorte Deutschlands. Die Vierschanzentournee macht hier seit 1953 Station.

Der Heilbronner Weg wurde 1899 vom Deutschen Alpenverein Sektion Heilbronn angelegt und gilt als einer der ersten Höhenwege der Alpen. Das traditionsreiche Hüttennetz mit Rappenseehütte, Kemptner Hütte und Edmund-Probst-Haus ermöglicht mehrtägige Durchquerungen.
Mit der Bahn: Oberstdorf ist Endstation der Allgäubahn ab München (ca. 2,5h), Ulm und Augsburg. Von hier verkehren Busse ins Kleinwalsertal und zu den Bergbahn-Talstationen.

Mit dem Auto: Über die A7 Ausfahrt Oy-Mittelberg, dann B19 nach Oberstdorf. Oder A96 Richtung Lindau, dann über Immenstadt. Im Kleinwalsertal nur Zufahrt über Oberstdorf möglich.
Das Klima der Allgäuer Alpen ist von atlantischen Einflüssen geprägt mit hohen Niederschlägen, besonders auf der Nordseite der Hauptkette. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht in manchen Gebieten über 2.000 mm.

Die Sommer sind mild bis warm mit häufigen Gewittern am Nachmittag. Die Winter sind schneereich und lang, was die Region zu einem beliebten Skigebiet macht. Föhnlagen können ganzjährig auftreten und bringen dann außergewöhnlich klare Fernsicht.
Wandern: Juni bis Oktober, Hochtouren ab Juli. Die Blüte der Almwiesen ist im Juni/Juli besonders prächtig. Skifahren: Dezember bis April. Die Höhenwege wie der Heilbronner Weg sind meist von Juli bis September begehbar, je nach Schneelage.
Karte
Auf einen Blick
  • Hauptort Oberstdorf
  • Höchster Gipfel Großer Krottenkopf (2.657 m)
  • Fläche 2.100 km²
  • Höhenbereich 600 - 2.657 m
  • Land Deutschland
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