Steinhausen (an der Rottum)
Einleitung
Steinhausen an der Rottum, ein kleiner Weiler in Baden-Württemberg, liegt eingebettet in der malerischen Hügellandschaft Oberschwabens. Besonders bekannt ist dieser Ort für die prächtige Klosterkirche, die als die schönste Dorfkirche der Welt gilt. Umgeben von idyllischen Wiesen und Wäldern bietet Steinhausen ideale Bedingungen für Naturliebhaber und Wanderfreunde.
Lage und Landschaft
Steinhausen an der Rottum liegt im südlichen Teil Deutschlands, eingebettet in die sanften Hügel Oberschwabens und nahe der Mündung der Rottum in die Risse. Die Landschaft ist geprägt von weiten Feldern, Wiesen und kleinen Wäldern, die einen malerischen Kontrast zur alpinen Umgebung bieten. In der Nähe finden sich auch zahlreiche kleine Bäche und Teiche, die die Umgebung mit frischem Wasser speisen und zum Verweilen einladen.
Charakter und Ortsbild
Der Weiler besticht durch seine traditionelle schwäbische Architektur, vor allem durch die barocke Pracht der Steinhauser Kirche mit ihrer schlichten Fassade und den elegant geschwungenen Dächern. Die Atmosphäre im Ort ist ruhig und beschaulich, was Steinhausen zu einem perfekten Rückzugsort vom Trubel der Großstadt macht. Typische Merkmale sind liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser und gepflegte Bauerngärten.
Bergtouren und Wandern
Obwohl Steinhausen selbst nicht in unmittelbarer Nähe zu den hohen Bergen liegt, ist es ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in der näheren Umgebung. Besonders empfehlenswert ist eine Tour rund um das Klostergebiet, die sowohl gemütliche Spaziergänge als auch anspruchsvollere Wanderungen bietet. Die Strecken sind gut ausgeschildert und bieten spektakuläre Aussichten auf die württembergische Landschaft. Für ambitionierte Wanderer lohnt ein Abstecher auf die Schwäbische Alb, die in etwa einer Stunde mit dem Auto erreichbar ist.
Wintersport
Während Steinhausen selbst keine Wintersportmöglichkeiten bietet, sind die nahegelegenen Skigebiete der Schwäbischen Alb eine Option für Skifahrer und Snowboarder. Die Region bietet mehrere kleinere Skigebiete, die sich für einen Tagesausflug eignen. Auch Rodeln und Langlauf sind in der abwechslungsreichen Landschaft möglich, insbesondere wenn die Wintermonate ausreichend Schnee bringen.
Sehenswürdigkeiten
Die zentrale Sehenswürdigkeit Steinhausens ist zweifelsohne die prachtvolle Barockkirche, die zwischen 1728 und 1731 erbaut wurde. Die Kirche beeindruckt durch ihre kunstvolle Innengestaltung und den prächtigen Altar. Zusätzlich gibt es im nahegelegenen Ochsenhausen das Kloster Ochsenhausen, das weitere Einblicke in die reiche Geschichte der Region bietet. Kunst- und Geschichtsinteressierte finden hier viele Anknüpfungspunkte.
Infrastruktur für Bergsteiger
Während Steinhausen selbst keine spezielle Infrastruktur für Bergsteiger bietet, sind öffentliche Parkplätze und Wanderwege gut ausgeschildert und leicht zugänglich. In der Umgebung gibt es kleine Gasthäuser und Pensionen, die als Ausgangspunkte für Exkursionen dienen können. Die Region ist auch gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden, sodass Bergsportler von hier aus weitere Ziele leicht erreichen können.
Praktische Tipps
Die beste Reisezeit für einen Besuch in Steinhausen an der Rottum liegt in den Monaten Mai bis September, wenn das Wetter besonders angenehm ist. Für Freunde des Wintersports bieten sich die Monate Dezember bis Februar an. Es ist ratsam, Wanderkleidung und festes Schuhwerk mitzubringen, um die landschaftlichen Schönheiten der Umgebung optimal erkunden zu können. Autoreisenden wird empfohlen, früh zu reisen, um die beliebten Parkplätze rund um die Kirche rechtzeitig zu erreichen.
Frühe Geschichte
Steinhausen an der Rottum ist eine kleine Siedlung in der Region Oberschwaben in Baden-Württemberg, deren Ursprünge bis in die keltische Zeit zurückreichen könnten, obwohl schriftliche Belege fehlen. Die Römer, welche bis in das heutige Süddeutschland vorstießen, hinterließen im weiteren Umfeld ihre Spuren, die auch Einfluss auf die umliegenden Siedlungen wie das Kloster Ochsenhausen hatten. Der Name Steinhausen könnte auf eine erste Besiedlung durch Siedler hinweisen, die sich hier aufgrund der fruchtbaren landschaftlichen Bedingungen niederließen. In mittelalterlichen Urkunden taucht der Namensteil "Stein" oft im Zusammenhang mit festen Gebäuden oder Schutzbauten auf.
Entwicklung zur Neuzeit
Mit dem Ende des Mittelalters und dem Beginn der Neuzeit gehörte das Gebiet um Steinhausen häufig wechselnden Herrschaften an, was für die Region typisch war. Im Zuge der Säkularisation im frühen 19. Jahrhundert erlebte die Region Umwälzungen, als klösterlicher Besitz verstaatlicht wurde. Der Dreißigjährige Krieg und der Spanische Erbfolgekrieg hatten einschneidende Auswirkungen auf die Region, wobei wahrscheinlich auch Steinhausen von Durchzügen von Truppen betroffen war.
Aufstieg des Tourismus
Der Tourismus erreichte die abgelegeneren Regionen Oberschwabens erst relativ spät mit dem Aufkommen der Eisenbahn im 19. Jahrhundert. Doch Reisende, angezogen von der idyllischen Landschaft und der Ruhe, entdeckten die Region nach und nach. Kleine, familiengeführte Gasthäuser entstanden, um den wachsenden Strom von Besuchern zu bewältigen. Dies war auch eine Zeit, in der erste Pioniere des Bergsteigens die umliegenden Erhebungen erkundeten und die natürliche Pracht der Region schätzten.
Moderne Geschichte
Im 20. Jahrhundert erlebte Steinhausen die Auswirkungen beider Weltkriege. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Region Teil der amerikanischen Besatzungszone. Die Nachkriegsjahre waren geprägt von wirtschaftlichem Aufschwung, verstärktem Tourismus und der Modernisierung der Infrastruktur. Die zunehmende Motorisierung führte dazu, dass mehr Besucher die landschaftliche Schönheit der Region genießen konnten.
Bedeutende Persönlichkeiten
Während Steinhausen selbst klein ist und wenige Einwohner hat, zog die Region im Laufe der Jahre Künstler, Schriftsteller und Naturfreunde an. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten der breiteren Umgebung ist Sebastian Sailer (1714–1777), ein barocker Schriftsteller und Mitglied des Prämonstratenserordens, der in der Nähe lebte und wirkte. Seine Werke beeinflussten die kulturelle Entwicklung der Region maßgeblich.
Kulturerbe
Zu den kulturellen Schätzen von Steinhausen gehören die traditionellen Bauwerke der Oberschwäbischen Barockstraße. Integraler Bestandteil des kulturellen Erbes sind die Feste und Bräuche der schwäbischen Landkultur, einschließlich traditioneller Musik und Handwerk. Im benachbarten Ochsenhausen stammt die eindrucksvolle Klosterkirche aus derselben kulturellen und historischen Tradition, welche die Region wie ein roter Faden durchzieht und von weitreichender Bedeutung ist.
Mit dem Auto: Steinhausen (an der Rottum) ist über die Autobahn A7 zu erreichen, die ca. 30 km entfernt verläuft. Von Ulm aus sind es etwa 65 km Fahrt. Es gibt zahlreiche Parkmöglichkeiten im Ort.
Mit der Bahn: Der nächste größere Bahnhof befindet sich in Biberach an der Riß, von dort gibt es regelmäßige Regionalbusse nach Steinhausen.
Mit dem Bus: Regelmäßige Busverbindungen von Biberach an der Riß aus bedienen Steinhausen. Flixbusse bieten keine direkte Verbindung, jedoch in nahegelegene größere Städte.
Mit dem Flugzeug: Der nächstgelegene Flughafen ist der Flughafen Memmingen, welcher etwa 50 km von Steinhausen entfernt liegt. Alternativ liegt der Flughafen Stuttgart ca. 120 km entfernt.
Vor Ort: Für den öffentlichen Nahverkehr stehen Busse zur Verfügung. Eine Gästekarte bietet teilweise freien Eintritt und Vergünstigungen bei den örtlichen Verkehrsmitteln.
Frühling: Die Temperaturen liegen meist zwischen 10°C und 18°C, das Tal erwacht mit blühenden Wiesen und angenehmen Wanderbedingungen.
Sommer: Mit Temperaturen von 20°C bis 27°C ist der Sommer ideal für Outdoor-Aktivitäten. Wandern und Radfahren sind besonders populär.
Herbst: Ein goldener Herbst sorgt für klare Fernsicht und Wanderfreunde genießen Temperaturen zwischen 12°C und 20°C.
Winter: Die Temperaturen liegen häufig um den Gefrierpunkt, sodass Schneesicherheit für Langläufer und Rodler gegeben ist. Wintersportler kommen auf ihre Kosten.
Besonderheiten: Der Föhn kann zu plötzlichen Temperaturerhöhungen führen und die Region ist anfällig für Niederschläge, die jedoch meist mild ausfallen.
- Rottumtalblick - Malerischer Aussichtspunkt
- St. Peter und Paul Kirche - Bedeutendes Barockbauwerk
- Hochhäuser von Steinhausen - Historische Architektur
- Steinhauser Stausee - Ruhiger Ort für Naturfreunde
- Kapelle Sankt Sebastian - Idyllische Wallfahrtskapelle
- Rottum-Mühlentalwanderweg - Malerischer Wanderweg entlang der Rottum
- Naturschutzgebiet Wurzacher Ried - Einzigartiges Moorgebiet
- Schloss Zeil - Nahe gelegene grandiose Schlossanlage
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