Campo Tures
Einleitung
Campo Tures, auch bekannt als Sand in Taufers, ist ein idyllisches Dorf im Pustertal in Südtirol, Italien. Eingebettet in eine atemberaubende alpenländische Kulisse, bietet der Ort eine harmonische Mischung aus unberührter Natur und traditionellen alpinen Charme. Mit über 5272 Einwohnern ist Campo Tures ein beliebtes Ziel für Wander- und Bergfreunde.
Lage und Landschaft
Campo Tures liegt im Herzen des Tauferer Ahrntals, einem Seitental des Pustertals. Umgeben wird das Dorf von eindrucksvollen Gipfeln der Zillertaler Alpen, die sich majestätisch in den Himmel erstrecken. Der Fluss Ahr fließt durch das Tal und bietet zusammen mit den umliegenden Wäldern und Almwiesen ein malerisches Landschaftspanorama. In der Nähe befinden sich auch der Naturpark Rieserferner-Ahrn und die beeindruckenden Reinbach-Wasserfälle.
Charakter und Ortsbild
Das Ortsbild von Campo Tures ist geprägt von traditioneller südtiroler Architektur mit malerischen Bauernhöfen und herrschaftlichen Gebäuden. Der moderne und dennoch authentische Alpincharakter des Dorfs spiegelt sich in seiner gepflegten Erscheinung wider. Die Straßen sind oft von Blumen geschmückt, und das gemütliche Zentrum lädt zum Flanieren und Verweilen ein. Die Atmosphäre ist freundlich und entspannt und spiegelt die Gastfreundschaft der Einwohner wider.
Bergtouren und Wandern
Campo Tures ist ein Paradies für Wanderer und Bergsteiger. Besonders beliebt sind der Aufstieg zur Schneebiger-Nock-Hütte und die anspruchsvollere Tour auf den Schwarzenstein. Für weniger erfahrene Wanderer empfiehlt sich der Panoramaweg zum Speikboden, der atemberaubende Ausblicke bietet und als manierlich eingestuft werden kann. Ausgangspunkte für die Touren sind zumeist bequem vom Dorf aus zu erreichen, oder man nutzt eine der umliegenden Bergbahnen, um schnell Ausgangshöhen zu gewinnen.
Wintersport
In den Wintermonaten verwandelt sich Campo Tures in ein Wintersport-Eldorado. Das Skigebiet Speikboden ist nur wenige Kilometer entfernt und bietet Pisten in allen Schwierigkeitsgraden. Auch für Langläufer gibt es rund um das Dorf ein gut präpariertes Netz von Loipen. Rodeln ist am Speikboden ebenfalls möglich, und für Eisläufer gibt es im Dorf einen kleinen Eislaufplatz.
Sehenswürdigkeiten
Ein absolutes Highlight ist das mittelalterliche Schloss Taufers, welches majestätisch über dem Dorf thront. Das Schloss kann besichtigt werden und bietet Einblicke in die Geschichte der Region sowie eine beeindruckende Architektur. Zudem gibt es die Pfarrkirche zum Hl. Mauriz, die mit ihrem barocken Stil ein beliebtes Fotomotiv darstellt.
Infrastruktur für Bergsteiger
Bergsteiger finden in und um Campo Tures zahlreiche Infrastrukturen, die den Aufenthalt angenehm machen. Zahlreiche Berghütten bieten Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung, und die Seilbahnen zum Speikboden und Klausberg erleichtern den Zugang zu höher gelegenen Ausgangspunkten. Parkmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden, sowohl im Dorf als auch an den Talstationen.
Praktische Tipps
Die beste Reisezeit für Campo Tures ist von Juni bis September für Wanderer, da das Wetter mild und meist trocken ist. Wintersportler bevorzugen die Monate Dezember bis März. Ein gutes Wanderequipment und die Anpassung an das hochalpine Klima sind empfohlen. Auch wer lokale Spezialitäten kosten möchte, ist in den traditionellen Gasthäusern des Dorfs genau richtig.
Frühe Geschichte
Campo Tures, auch bekannt als Sand in Taufers, liegt in der malerischen Region des Pustertals in Südtirol, Italien. Erste Spuren einer Besiedlung gehen auf das 4. Jahrhundert v. Chr. zurück, als rätische Stämme das Gebiet bewohnten. Später unter den Römern wurde die Region als strategisch wichtiger Übergang genutzt. Der Name "Tures" leitet sich von dem lateinischen "Turris" ab, was „Turm“ bedeutet und auf die wehrhafte Bedeutung des Ortes hindeutet. Im Mittelalter entwickelte sich Campo Tures zu einem wichtigen Knotenpunkt für Handel und deren Wegezölle.
Entwicklung zur Neuzeit
Im Laufe der Jahrhunderte wurde Campo Tures immer wieder Schauplatz von Konflikten und Herrschaftswechseln. Im 14. Jahrhundert erlangte die mächtige Familie der Lords von Taufers die Kontrolle über die Region und hinterließ viele bedeutende Bauwerke. Während des Tiroler Freiheitskampfes im 19. Jahrhundert spielte der Ort eine bedeutende Rolle als Schmelztiegel der österreichisch-italienischen Identitäten. Bei der Neugestaltung Europas nach dem Wiener Kongress wurde das Pustertal Teil der Habsburgermonarchie.
Aufstieg des Tourismus
Der Aufstieg des Tourismus in Campo Tures begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die malerische Landschaft zog Reisende an, und der Ausbau der Eisenbahn machte die Region besser erreichbar. Erste Hotels wurden errichtet, darunter das legendäre Hotel "Alpenrose". Pioniere des Alpinismus, wie Paul Grohmann, fanden in den umliegenden Bergen neue Herausforderungen. Die Region etablierte sich als beliebtes Ziel für Wanderer und Bergsteiger.
Moderne Geschichte
Im 20. Jahrhundert erlebte Campo Tures einschneidende Ereignisse, wie die beiden Weltkriege, die die Region wirtschaftlich schwer belasteten. Nach einem langwierigen Wiederaufbau in der Nachkriegszeit erlebte der Ort in den 1960er Jahren einen Boom des modernen Tourismus. Die Region wurde verstärkt auf den Wintertourismus ausgerichtet, mit der Erschließung von Skigebieten und dem Bau von Ferienanlagen, die bis heute Gäste aus aller Welt anziehen.
Bedeutende Persönlichkeiten
Eine der bemerkenswertesten Persönlichkeiten aus der Region ist Reinhold Messner, der im benachbarten Villnöß geboren wurde und oft die Berge um Campo Tures für seine Expeditionen nutzte. Weitere bekannte Besucher umfassen Künstler und Schriftsteller, die die beeindruckende Landschaft als Inspirationsquelle empfanden.
Kulturerbe
Campo Tures beherbergt eine Vielzahl an historischen Bauwerken, darunter die majestätische Burg Taufers, ein Wahrzeichen der Region, das im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Diese Festung bietet einen beeindruckenden Ausblick über das Tal und ist heute ein Museum. Lokale Traditionen und Bräuche, wie das "Tauferser Krampuslaufen", werden bis heute gepflegt und verleihen dem Ort seinen unverwechselbaren kulturellen Reichtum.
Bergbahnen & Lifte in der Nähe
Mit dem Auto: Campo Tures liegt im Pustertal und ist über die A22 Brennerautobahn zu erreichen. Ab der Ausfahrt Brixen-Pustertal folgen Sie den Beschilderungen für die SS49 Richtung Bruneck und biegen dann auf die SP621 ab. Aus Innsbruck beträgt die Fahrzeit etwa 1,5 Stunden (100 km).
Mit der Bahn: Die nächstgelegene Bahnstation ist in Bruneck, etwa 17 km entfernt. Hier haben Sie Anschluss an regionale Züge und Busse nach Campo Tures.
Mit dem Bus: Regelmäßige Busverbindungen bestehen ab Bruneck, und Flixbus bietet Fernbusse zu den größeren Städten in der Umgebung.
Mit dem Flugzeug: Die nächstgelegenen Flughäfen sind Innsbruck (120 km), Bozen (98 km) und Venedig (220 km).
Vor Ort: Ein gut ausgebautes Netz von Busverbindungen und Shuttles, sowie Gästekarten für kostengünstigen Nahverkehr stehen Ihnen zur Verfügung.
Frühling: Im Frühling erwachen die Almen zu neuem Leben, die Temperaturen liegen zwischen 5°C und 15°C. Ideal für erste Wanderungen.
Sommer: Sommerliche Temperaturen zwischen 20°C und 25°C machen Campo Tures zu einem Wanderparadies. Diese Jahreszeit eignet sich hervorragend für Bergtouren.
Herbst: Mit klaren, frischen Tagen und Temperaturen um die 10°C bis 18°C bietet der goldene Herbst beeindruckende Fernsichten und viele Sonnenstunden.
Winter: Der Winter ist schneereich und kalt, mit Temperaturen von -5°C bis 5°C. Die Schneesicherheit macht die Region zu einem beliebten Wintersportziel.
Besonderheiten: Durch den Föhn können gelegentliche Temperaturanstiege im Winter auftreten. Niederschläge verteilen sich relativ gleichmäßig über das ganze Jahr.
- Speikboden (2.517m) - Beliebtes Ski- und Wandergebiet
- Burg Taufers - Mittelalterliche Burg mit Museen
- Reinbach-Wasserfälle - Atemberaubende Wasserfälle entlang eines schönen Fußwegs
- Piramidi di Terra - Beeindruckende Erdpyramiden
- Cascate di Riva - Malerischer Wasserfall
- Heilig-Geist-Kirche - Historische Kirche aus dem 15. Jahrhundert
- Ahornach - Charmantes Bergdorf mit traditionellen Häusern
- Klausberg - Berglandschaft mit diversen Freizeitmöglichkeiten
- Mühlener Klamm - Wildromantische Schlucht
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