Splinting

Englisch für Schienung

Splinting, auf Deutsch als Schienung bekannt, ist eine wesentliche Erste-Hilfe-Maßnahme, die bei Verdacht auf Frakturen oder schwere Verstauchungen im Bergsport zur Anwendung kommt. Ziel ist es, das verletzte Körperteil zu stabilisieren, um weiteren Schaden zu vermeiden und Schmerzen zu lindern. In der rauen Bergwelt, wo medizinische Hilfe nicht sofort verfügbar sein kann, stellt die Schienung eine entscheidende Technik dar, um die Zeit bis zur professionellen medizinischen Versorgung effektiv zu überbrücken.

Detaillierte Erklärung

Bei der Schienung wird ein verletztes Gliedmaß immobilisiert, um Bewegungen zu verhindern, die zusätzliche Verletzungen verursachen könnten. Dies geschieht durch die Verwendung von Materialien, die in der Umgebung oder im Erste-Hilfe-Set zur Verfügung stehen. Solche Materialien können Zweige, Wanderstöcke oder spezielle Schienen aus dem Erste-Hilfe-Set sein. Voraussetzung für eine effektive Schienung ist es, das beschädigte Glied in einer anatomisch korrekten Position zu stabilisieren und sowohl darüber als auch darunter zu fixieren. So sorgt man dafür, dass Hüfte, Knie, Knöchel oder der gesamte Arm während des Transports zur medizinischen Versorgung in Position bleiben.

Praktische Anwendung

Um eine Schienung in der Praxis durchzuführen, sollten Bergsteiger zunächst sicherstellen, dass der Betroffene in einer stabilen Position liegt oder sitzt, um unnötige Schmerzen zu vermeiden. Im Notfall kann ein freier Ast als Schiene dienen; er sollte jedoch von spitzen Kanten befreit werden, um zusätzliche Verletzungen zu verhindern. Ein festes Band, ein Schal oder ein Tuch, das sich im Rucksack befindet, kann verwendet werden, um die Schiene zu fixieren. Beim Schienen ist es wichtig, nicht zu fest zu binden, da dies den Blutfluss beeinträchtigen könnte. Es gilt, die Extremität so zu positionieren, dass zwei benachbarte Gelenke fixiert und in ihrer natürlichen Position gehalten werden.

  • Materialien vorbereiten: Sammeln Sie Äste, Wanderstöcke oder andere geeignete Materialien für die Schiene.
  • Schiene anpassen: Passen Sie die Länge der Schiene an die verletzte Gliedmaße an.
  • Verletztes Glied immobilisieren: Vorsichtig in die anatomische Ausgangsstellung bringen und fixieren.
  • Sicherungsmaterial: Verwenden Sie Bandagen, Tücher oder Gurte, um die Schiene an Ort und Stelle zu halten.
  • Durchblutung prüfen: Stellen Sie sicher, dass die Durchblutung nicht behindert wird, indem Sie regelmäßig die Zehen oder Finger auf Beweglichkeit und Gefühl überprüfen.

Sicherheitsaspekte

Besonders in exponierten Lagen der Berge ist Gefahr für zusätzliche Verletzungen hoch, wenn eine Schienung nicht korrekt ausgeführt wird. Das Risiko von Nervenschäden und einer verschärften Schwellung ist vorhanden, falls die Schiene zu fest geschnürt wird. Wichtig ist es auch, den Betroffenen regelmäßig zu fragen, ob er Schmerzen oder Taubheitsgefühle verspürt. Eine fehlerhafte Schienung könnte die Situation verschlimmern, anstatt zu helfen. Notfalls ist eine vorsichtige Überarbeitung der Schienung notwendig.

Regionale Besonderheiten

In den Alpen und anderen europäischen Gebirgen gibt es bemerkenswerte Unterschiede in der Verfügbarkeit von helfenden Ressourcen. In dicht bewaldeten Voralpenregionen sind natürlicher Materialien für Schienungen oft leicht zu finden, wohingegen in hochalpinen Gebieten Wanderstöcke oder Trekkingstöcke als beste Alternative dienen. Bergsteiger sollten sich bewusst sein, dass in unterschiedlichen Höhenlagen unterschiedliche Vorgehensweisen erforderlich sein können. Des Weiteren ist in abgelegenen Regionen die schnellstmögliche Benachrichtigung des Rettungsdienstes entscheidend, da die Bergung oft aufwendig und zeitintensiv ist.