Psicobloc

Alternative für DWS

Psicobloc, auch bekannt als Deep Water Soloing (DWS), ist eine Form des Kletterns, bei der frei an natürlichen Felsformationen über tiefem Wasser geklettert wird. Diese Abenteuerart erfreut sich großer Beliebtheit, insbesondere unter jenen Kletterern, die den Reiz des Freikletterns mit dem Nervenkitzel des ungesicherten Kletterns kombinieren möchten. Das Wasser bietet eine natürliche Absicherung im Falle eines Sturzes, wodurch die Notwendigkeit von Seilen und Gurten entfällt.

Detaillierte Erklärung

Psicobloc hat seinen Ursprung in den 1970er Jahren auf den Balearen, insbesondere auf der Insel Mallorca, wo die einzigartigen Kalksteinfelsen nah am Wasser ideale Bedingungen bieten. Der unterhaltsame Aspekt dieser Kletterform liegt in der Freiheit, die dem Kletterer geboten wird. Ohne die üblichen Sicherungsgeräte von traditionellen Sportkletterrouten können Kletterer die Wände auf eigene Faust und in ihrem eigenen Tempo erklimmen.

Der Begriff „Psicobloc“ selbst setzt sich aus „psycho“, was auf den psychologischen Aspekt des Kletterns hinweist, und „bloc“, abgeleitet von den Block-Felsformationen, zusammen. Routen können hier ebenso komplex und vielfältig sein wie bei Chalk-Kletterrouten, wobei die Züge oft dynamischer und athletischer sind. Die Herausforderungen liegen in der Griffauswahl, der Bewegungskontrolle und in der mentalen Stärke, die notwendig ist, um die Angst vor einem Sturz ins Wasser zu überwinden.

Praktische Anwendung

Für Anfänger ist es wichtig, an Orten zu beginnen, die bei Ebbe und Flut sicheren Zugang zum Wasser bieten. Es ist ratsam, zunächst mit niedrigeren Wänden zu beginnen, um sich an das Klettern ohne Seil zu gewöhnen. Erfahreneren Kletterern bietet Psicobloc die Möglichkeit, neue Routen abseits der ausgetretenen Pfade zu erkunden und sich dabei auf ihr Können und ihre Intuition zu verlassen.

Typische Ausrüstung für Psicobloc umfasst Kletterschuhe mit guter Reibung, bequeme Kletterbekleidung und eine Badesachen, da man häufig Kontakt mit dem Wasser haben wird. Ein Neoprenanzug kann bei kühlerem Wasser nützlich sein. Es ist auch empfehlenswert, mit einem Partner zu klettern, der im Notfall Hilfe leisten kann. Der Partner kann außerdem beim Beurteilen der machbaren Höhe und der Beschaffenheit der Route nützlich sein.

Sicherheitsaspekte

Das Klettern über Wasser bringt seine eigenen Gefahren mit sich, trotz der scheinbaren Sicherheit des Wassers. Verletzungen beim Sturz, insbesondere bei unzureichendem Eintauchen oder tiefem Wasser, sind nicht ungewöhnlich. Vor dem Klettern sollte die Tiefe des Wassers überprüft werden, um ausreichend Eintauchtiefe sicherzustellen. Felsen unter der Wasseroberfläche oder Strömungen können ebenfalls ein Risiko darstellen.

Die mentale Vorbereitung spielt eine große Rolle, da der psychologische Druck eines freien Falls spürbar ist. Kletterer sollten stets die eigene Grenzen kennen und sich nicht durch Gruppendruck oder Übermut zu mehr zwingen lassen, als sie bewältigen können.

Regionale Besonderheiten

In den Alpen ist Psicobloc weniger verbreitet, da Gebirgseen und Flüsse häufig nicht die nötigen Felsformationen bieten. Mediterrane Küstengebiete, wie in Spanien oder Korsika, bieten jedoch perfekte Bedingungen für diesen Sport. Besonders beliebte Spots existieren auch in Thailand, Vietnam und auf den Philippinen, wo das Klima und die Landschaft ebenfalls optimal sind.

In Deutschland sind solche Gelegenheiten eher begrenzt, aber einige Steinbrüche oder Küstennähe bieten dennoch Möglichkeiten für abenteuerlustige Kletterer. Der Schlüssel ist, sich auf lokale Bedingungen und Vorschriften zu beziehen, um eine sichere und nachhaltige Klettererfahrung zu gewährleisten.