Kees
Der Begriff "Kees" ist eine in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Gletscher, die besonders in den Ostalpen vorkommt. Diese mächtigen und faszinierenden Eisformationen tragen wesentlich zum alpinen Landschaftsbild bei und üben eine große Anziehungskraft auf Bergsteiger und Wanderer aus. Die Kenntnis über Kees ist nicht nur für das Verständnis der Alpenlandschaft nützlich, sondern auch für die Planung und Durchführung sicherer Bergtouren essenziell.
Detaillierte Erklärung
Gletscher, oder eben Kees, bestehen aus einer dynamischen Masse aus Eis, das sich unter seinem eigenen Gewicht verformt und bewegt. Sie entstehen, wenn über Jahre hinweg mehr Schnee fällt, als in den Sommermonaten abtauen kann. Die unterste Schneeschicht wird durch den Druck der darüber liegenden Mengen kompaktiert, wodurch Firn und schließlich Gletschereis entsteht.
Die in Österreich häufig so bezeichneten Kees sind in den Ostalpen besonders zugänglich und bieten einzigartige Einblicke in diese Gletscherdynamik. Bekannte Beispiel sind das Pasterzenkees am Großglockner und das Gepatschekees in den Ötztaler Alpen.
Praktische Anwendung
Kees bieten eine hervorragende Möglichkeit, die Grundlagen des Gletscherwanderns zu erlernen. Hierzu gehören Techniken in der Spaltenbergung, das Gehen am Seil sowie der vorsichtige Umgang mit den tückischen Bedingungen, die Gletscher mit sich bringen. Ein wertvoller Tipp ist, wann immer möglich, in den frühen Morgenstunden unterwegs zu sein, wenn die Schneedecke noch hart und tragfähig ist.
Zudem ist es ratsam, sich bei einer geführten Tour anzumelden oder mit erfahrenen Alpinisten auf ein Kees zu gehen. Dabei gehört die Ausrüstung wie Steigeisen, ein Pickel und ein Klettergurt zur Standardausstattung.
Sicherheitsaspekte
Die Begehung von Kees birgt einige Gefahren, die sorgfältige Planung und Vorbereitung erforderlich machen. Eine der größten Gefahren sind Gletscherspalten – tiefe Risse im Eis, die teils unter einer dünnen Schneeschicht verborgen liegen. Eine vollständige Begehungsausrüstung, das Gehen in einer Seilschaft und fundierte Kenntnisse in der Spaltenrettung sind unerlässlich.
Außerdem ist es wichtig, das Wetter im Auge zu behalten. Aufziehender Nebel, plötzlicher Schneefall oder steigende Temperaturen können die Verhältnisse auf einem Kees schnell verschlechtern und die Orientierung erschweren. Wetterumstürze in den Alpen sind keine Seltenheit.
Regionale Besonderheiten
In den Ostalpen finden sich Kees vorwiegend im hochalpinen Bereich und sind infolge der Erderwärmung einigen Veränderungen unterworfen. Viele dieser Gletscher haben sich in den letzten Jahrzehnten stark zurückgezogen oder sind sogar vollständig verschwunden. Manche Gebiete, die zur Voralpenregion gehören, verlieren dadurch ihre einst imposanten Gletschergiganten.
Andererseits bieten diese zurückziehenden Kees auch neue Möglichkeiten, da vormals unter dem Eis liegende Gletscherseen zugänglich werden. Solche geologischen Veränderungen sind besonders im Ötztaler und Zillertaler Raum dokumentiert und bieten interessante Einblicke in die Gletschergeschichte der Alpen.