Ice Shelf
Das Ice Shelf, im Deutschen als Schelfeis bekannt, bezeichnet eine mächtige Eisdecke, die auf dem Wasser eines Meeres oder eines großen Sees schwimmt, jedoch weiterhin mit dem landbasierten Gletschereis verbunden ist. Diese beeindruckenden Eisformationen sind sowohl für die Klimaforschung von enormer Bedeutung als auch für Bergsteiger von Interesse, die in Gletscherregionen unterwegs sind.
Detaillierte Erklärung
Ein Schelfeis bildet sich, wenn mächtige Gletscher und Inlandeisströme ins Meer fließen und dort weiter nach außen getrieben werden. An der Aufsetzlinie, also dem Punkt, an dem das Eis das Land verlässt und über Wasser zu schweben beginnt, kann das Schelfeis zahlreiche Kilometer dick sein. Im Unterschied zu Meereis, das lediglich aus gefrorenem Meerwasser besteht, handelt es sich bei einem Schelfeis um gefrorenes Süßwasser, das in erster Linie aus dem Niederschlag auf dem Festland und der sich dort bildenden Eisdecke stammt.
Schelfeise sind vor allem in der Antarktis und Grönland verbreitet und spielen eine entscheidende Rolle im globalen Klimasystem. Sie wirken als Barriere, die das Rutschen der Gletscher verlangsamt; wird ein Schelfeis dünner oder zerbricht, können Gletscher schneller ins Meer abfließen, was den Meeresspiegel anhebt.
Praktische Anwendung
Für den erfahrenen Alpinisten oder Expeditionsreisenden sind Schelfeise besondere Herausforderungen und Ziele zugleich. Beim Besuch dieser Orte, oft im Rahmen von Polarreisen, müssen Bergsteiger sich das spezifische Terrain bewusst machen. Wegen der gewaltigen Abmessungen und der potenziellen Instabilität kann es herausfordernd sein, auf einem Schelfeis zu navigieren. Gletscherspalten, die sich oft in Nähe der Aufsetzlinie befinden, erfordern spezifische Techniken zur Crevasse-Rettung und sehr gutes Orientierungsgeschick.
Normalerweise erfolgt der Zugang zu diesen Eislandschaften durch spezialisierte, oft mehrtägige Expeditionen, bei denen man das Zugpferd Hundeschlitten oder moderne Fahrzeuge nutzt. Vorbereitung und Planung sind essentiell: Ausrüstung zur Eisschraubensicherung sowie Navigatorisches Geschick sind unabdingbar.
Sicherheitsaspekte
Der Bergsteiger muss sich der Gefahren bewusst sein, die mit dem Betreten von Schelfeis verbunden sein können. Solides Wissen über Eissicherheit und glaziologische Bedingungen ist erforderlich, um die Risiken von Spaltensturz, Eisabbrüchen und das Einbrechen durch dünnes Eis zu minimieren. Unterschiedliche Schneeschichten, verstärkt durch Windplattierungen, können die Bildung von Schneebrücken begünstigen, die in Wahrheit Spalten verdecken.
Wetterveränderungen können plötzlich auftreten und sind in polar-alpinen Regionen oft extremer als in gemäßigten Zonen. Daher ist es unverzichtbar, über aktuelle Wetterprognosen informiert zu bleiben und stets eine Notfallausrüstung mit sich zu führen. Gruppen sollten stets in Sichtweite bleiben und Seilschaften bilden, um im Notfall schnell handeln zu können.
Regionale Besonderheiten
Während Schelfeise vor allem mit der Antarktis assoziiert werden, existieren solche Formationen auch in der Arktis und in subpolaren Regionen. Der antarktische Kontinent beherbergt die größten und bekanntesten Schelfeise der Erde, darunter das Ross-Schelfeis und das Filchner-Ronne-Schelfeis. Häufig sind die antarktischen Schelfeise größer und stabiler als ihre Gegenstücke in Grönland.
Aufgrund der erheblichen Distanz zu Siedlungen sind Expeditionen zum Schelfeis oft logistisch anspruchsvoll und teuer. In der Arktis finden wir kleinere, aber ebenfalls bedeutende Schelfeise wie das Ward-Hunt-Schelfeis in Nordkanada. Hier müssen Bergsteiger auch mit der Anwesenheit von Wildtieren wie Eisbären rechnen, was zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen erfordert.