Following
Der Begriff "Following" bezeichnet im Kontext des Splitboardens und Skitourengehens das Folgen einer bereits vorgegebenen Spur in unberührtem Gelände. Diese Technik ist besonders nützlich, um Energie zu sparen und sicher durch winterliche Landschaften zu navigieren. Following hilft Tourengehern, die Anstrengung beim Aufstieg zu reduzieren, besonders in tiefem Schnee oder bei schwierigen Bedingungen. Es bietet zudem eine Orientierung im oft unübersichtlichen winterlichen Berggelände.
Detaillierte Erklärung
Beim Following im Bergsport handelt es sich darum, einer existierenden Aufstiegsspur zu folgen, die entweder von einem vorausgehenden Tourengeher oder einer Gruppe angelegt wurde. Diese Technik ist besonders bei Anfängern beliebt, da sie die Navigation erheblich vereinfacht. Eine gut angelegte Spur berücksichtigt die Steilheit des Geländes, Vermeidung von Lawinengefahren und die Fitness der Nachfolgenden. Der erfahrene Spurenleger tritt einen gleichmäßigen Rhytmus in den Schnee, der anderen Tourengehern eine verlässliche und nachhaltige Fortbewegung ermöglicht.
Praktische Anwendung
Um die Vorteile des Followings optimal zu nutzen, sollten Tourengeher die folgenden praktischen Tipps beachten:
- Abstand halten: Halten Sie ausreichend Abstand zum Vorder- und Hintermann. Das verhindert Unfälle und bewahrt die Integrität der aufgeweichten Schneeoberfläche.
- Effizienz im Aufstieg: Blicken Sie voraus und planen Sie Ihre Schrittfolge, um gleichmäßig und kraftschonend die Spur zu nutzen. Vermeiden Sie abrupte Schritte, die das Gleichgewicht stören könnten.
- Kommunikation: Bleiben Sie mit Ihrer Gruppe in Kontakt und informieren Sie sich über die Spurenbeschaffenheit sowie bevorstehende Herausforderungen.
- Energie sparen: Das Nachgehen in einer gut ausgearbeiteten Spur reduziert den Energieaufwand um etwa 30-40 Prozent im Vergleich zum Anlegen einer eigenen Spur.
Sicherheitsaspekte
Beim Folgen einer Spur müssen Sicherheitsaspekte in den Vordergrund gestellt werden. Setzen Sie nur dann auf Spuren von Fremden, wenn Sie sich sicher sind, dass der Verlauf der Spur wohlüberlegt ist. Eine schlecht angelegte Spur kann in gefährliche Lawinenbereiche führen oder durch unzureichend stabile Schneeschichten. Daher ist es wichtig, stets eine aktuelle Lawinensituation zu analysieren und eine fundierte Risikoeinschätzung zu treffen. Zudem sollten Grundkenntnisse über Lawinenkunde und der Einsatz von Sicherheitsausrüstung wie LVS-Gerät, Sonde und Schaufel vorausgesetzt sein.
Regionale Besonderheiten
In den Alpenländern Deutschland, Österreich und der Schweiz kann das Following durch die stark variierenden klimatischen Bedingungen und topografischen Gegebenheiten unterschiedlich herausfordernd sein. In den bayerischen Alpen sind Spuren oft stärker genutzt und daher deutlicher, während in entlegenen Regionen der Schweizer Alpen oder den österreichischen Hohen Tauern Eigenständigkeit bei der Spurwahl gefragt ist. Unterschiede gibt es auch in der Beschaffenheit der Schneedecke: Während Pulverschnee in windgeschützten Tälern dominiert, finden sich an exponierten Stellen oft windgepresster Schnee oder Bruchharsch, der den Kraftaufwand erhöht.