Figure Nine

Variante der Figure Four

Die Figure Nine ist eine fortgeschrittene Klettertechnik, die als Variante des bekannteren Figure Four angesehen wird. Diese Technik wird hauptsächlich beim Mixed- und Eisklettern eingesetzt und zeichnet sich dadurch aus, dass der Kletterer seine Beine geschickt einsetzt, um Komplexität und Effizienz in schwierigen Passagen zu erhöhen. Sie erfordert sowohl technische Versiertheit als auch ein gutes Maß an Beweglichkeit und Kraft.

Detaillierte Erklärung

Die Figure Nine unterscheidet sich von der klassischen Figure Four dadurch, dass ein zusätzlich räumlicher Drehmoment erzeugt wird, indem das Bein über das angewinkelte Bein geschlungen wird. Dieser Bewegungsablauf ermöglicht eine noch weitergehende Verlagerung des Körpergewichtes, um schwer zu erreichende Haltepunkte oder Griffe zu erreichen. Während die Figure Four oft angewandt wird, um mehr Reichweite zu bekommen, bietet die Figure Nine eine effektivere Möglichkeit, den Oberkörper nah am Fels zu halten. Dabei wird hauptsächlich das Gewicht von den Armen auf das Bein übertragen, das über den Arm geschlungen ist.

Diese Technik erfordert eine ausgeglichene Kombination aus Flexibilität, Körperkontrolle und starkem Bewusstsein für die räumliche Ausrichtung des Körpers. Besonders bei überhängenden oder eisigen Routen kommt die Figure Nine oft zum Einsatz, da sie es Kletterern ermöglicht, die Schwerkraft geschickt auszubalancieren.

Praktische Anwendung

Um die Figure Nine zu meistern, sollten Kletterer zuerst an ihrer Core-Stärke und Flexibilität arbeiten. Übungen wie Yoga, Pilates oder spezifische Dehnungs- und Kraftübungen können hierbei hilfreich sein. Anfängern wird empfohlen, die Bewegungsabfolge der Figure Nine zunächst in einer kontrollierten Umgebung wie einer Kletterhalle zu üben, bevor sie sich herausfordernden Outdoor-Routen widmen.

  • Schulung: Beginnen Sie mit der Figure Four, um ein Gefühl für die Verteilung des Körpergewichtes zu bekommen. Führen Sie diese Technik allmählich zu einer Figure Nine weiter.
  • Partnerunterstützung: Arbeiten Sie mit einem erfahrenen Kletterpartner zusammen, der Sie korrigieren und unterstützen kann.
  • Visualisierung: Es hilft, sich vorzustellen, wie der Körper während der Bewegung verläuft. Das Schlingen des Beins sollte sanft und kontrolliert geschehen.

Sicherheitsaspekte

Die Sicherheit steht beim Klettern an erster Stelle, insbesondere bei der Ausführung komplexer Techniken wie der Figure Nine. Die Balanceänderung und Körperverlagerung erfordern Aufmerksamkeit und Konzentration, da das Risiko besteht, beim Schwung hinüber die Balance zu verlieren.

  • Schutzkleidung: Tragen Sie die angemessene Schutzausrüstung, einschließlich Helm, um das Risiko bei einem möglichen Sturz zu minimieren.
  • Partnerprüfung: Lassen Sie Ihre Bewegungen von Ihrem Sicherungspartner genau beobachten, um rechtzeitig auf Instabilitäten hinzuweisen.
  • Vorsicht bei neuen Routen: Probieren Sie die Figure Nine nicht gleich an ungesehenen oder besonders anspruchsvollen Routen aus.

Regionale Besonderheiten

Während die Figure Nine bei Eiskletterern weltweit bekannt ist, gibt es regionale Unterschiede in der Häufigkeit und im Stil der Ausführung, abhängig von den vorherrschenden Kletterbedingungen. In den Alpen, zum Beispiel, findet diese Technik besonders bei eisigen und überhängenden Felsformationen Anwendung. In Nordamerika ist sie vor allem in den Rocky Mountains und bei Mixed-Routen populär, bei denen Steigeisen und Eisgeräte erforderlich sind.

Kletterer in den Dolomiten könnten diese Technik hingegen seltener benötigen, da die Felsstrukturen dort oft kleinere Überhänge und mehr senkrechte Routen aufweisen, für die andere Techniken effizienter sein könnten. Das Wissen um diese regionalen Besonderheiten kann Kletterern helfen, ihre Technik optimal an die Gegebenheiten anzupassen.