Deep Water Soloing

Ungesichertes Klettern über tiefem Wasser

Deep Water Soloing ist eine Kletterdisziplin, bei der ohne jegliche Sicherung über tiefem Wasser geklettert wird. Dies ermöglicht es Kletterern, auf natürliche Art und Weise die Felsformationen zu erkunden, ohne die traditionellen Ausrüstungen wie Kletterseil oder Klettergurt zu verwenden. Die Relevanz dieser Kletterform liegt in der außergewöhnlichen Kombination von Freiheit, Risiko und Naturnähe, die sie bietet, sowie in der Möglichkeit, Stürze ins Wasser als Sicherheitsfaktor zu nutzen.

Detaillierte Erklärung

Deep Water Soloing, auch bekannt unter dem Kürzel DWS, ist eine Form des Freikletterns. Hierbei verzichten Kletterer auf jegliche künstliche Sicherungsmittel und sind stattdessen auf das darunterliegende Wasser angewiesen, das im Falle eines Sturzes eine sichere Landung ermöglicht. Diese Kletterart setzt neben Kletterkompetenz auch eine gewisse Schwimmfähigkeit voraus, da ein Sturz ins Wasser endet. Die Routen können sich über mehrere Meter erstrecken und variieren in ihrer Schwierigkeit erheblich, was den Kletterern sowohl Anfänger- als auch fortgeschrittene Herausforderungen bietet.

Praktische Anwendung

Um mit Deep Water Soloing zu beginnen, sollte man zunächst geeignete Klettergebiete ausfindig machen. Beliebte Ziele sind Küstenregionen mit Kalksteinformationen wie Mallorca in Spanien oder die Halbinsel Pembrokeshire in Wales. Die ideale Absprunghöhe sollte gut gewählt sein: Zu niedrige Wände können riskant sein, da das Wasser weniger tief sein könnte, während zu hohe Wände das Eintauchen ins Wasser gefährlich machen können. Es wird geraten, sich stets vor Ort über die aktuellen Gegebenheiten zu informieren, wie Wassertiefe, Strömungen und Gezeiten, sowie die Wassertemperatur zu überprüfen. Ein Neoprenanzug kann bei kühleren Temperaturen hilfreich sein.

Sicherheitsaspekte

Obwohl das Wasser als natürliche Landezone fungiert, ist Deep Water Soloing nicht ohne Risiken. Die richtigen Vorsichtsmaßnahmen sind entscheidend: vor dem Klettern sollte die Tiefe des Wassers gründlich überprüft und die Einstiegsstelle markiert werden, um sicherzustellen, dass keine Felsen oder andere Gefahren unter der Wasseroberfläche lauern. Die Gefahr von Ertrinkungsunfällen sollte nicht unterschätzt werden; im Idealfall sollten Kletterer in Gruppen unterwegs sein, damit im Notfall Unterstützung möglich ist. Weiterhin sollte man bei dem Eintauchen aufmerksam sein, die Füße zuerst Landen und keine Kopfsprünge wagen, um Verletzungen zu vermeiden.

Regionale Besonderheiten

In den Alpen und anderen Gebirgsregionen, wo natürliche Wasserreservoirs weniger verbreitet sind, ist Deep Water Soloing weniger bekannt. Ganz anders sieht es in südlicheren Regionen Europas oder in Südostasien aus, wo warmes Wetter und natürliche Küstenfelsen ideale Bedingungen für diese Sportart schaffen. In kälteren Regionen wie Nordengland oder Skandinavien bieten gelegentlich Seen oder tiefe Flussabschnitte entsprechende Möglichkeiten. Der Name „Psicobloc“ ist insbesondere auf der Balearen-Insel Mallorca verbreitet, wo das Deep Water Soloing in den 1970er Jahren begann und heute weltweite Bekanntheit erlangt hat.