AMS

Acute Mountain Sickness

Die Akute Bergkrankheit (AMS) ist eine häufige Erkrankung, die Menschen auftritt, wenn sie schnell auf große Höhen steigen, typischerweise ab etwa 2.500 Metern über dem Meeresspiegel. Dabei kommt es zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Schlafstörungen. AMS ist ein wichtiges Thema für Bergwanderer und Alpinisten, da die Krankheit den Erfolg und die Sicherheit einer Tour erheblich beeinträchtigen kann und im schlimmsten Fall zu schweren Komplikationen führen kann.

Detaillierte Erklärung

AMS entsteht, wenn der Körper nicht genügend Zeit hat, sich an die verminderte Sauerstoffkonzentration in großen Höhen anzupassen. In der Höhe nimmt der Luftdruck ab, und damit auch der Sauerstoffanteil, was den Sauerstoffgehalt im Blut reduziert. Der menschliche Körper versucht, diesen Mangel zu kompensieren, was jedoch Zeit erfordert. Wenn der Anstieg zu schnell erfolgt, kommt es zu den typischen Symptomen der Höhenkrankheit. Diese Symptome sind das Resultat einer gestörten Sauerstoffzufuhr zu verschiedenen Geweben und Organen, was zu Flüssigkeitsansammlungen und erhöhtem Druck in Gehirn und Lunge führen kann.

Praktische Anwendung

Um AMS zu vermeiden, ist eine schrittweise Akklimatisation unabdingbar. Ein bewährtes Vorgehen ist der "Climb high, sleep low"- Ansatz, bei dem man tagsüber in höhere Lagen vordringt, um dann auf einer geringeren Höhe zu übernachten. Dies hilft dem Körper, sich besser an die Höhenluft anzupassen. Beginne Touren langsam und steigere die Höhe schrittweise, indem du nicht mehr als 300 bis 500 Meter pro Nacht an Höhe gewinnst.

Wichtige Maßnahmen beinhalten auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Dehydrierung zu vermeiden, die die Symptome verschlimmern kann. Achte auf eine ausgewogene Ernährung und vermeide Alkohol sowie Beruhigungsmittel, da diese die Akklimatisation behindern können. Ein weiterer hilfreicher Ansatz kann die Verwendung von Medikamenten wie Acetazolamid sein, das die Akklimatisation beschleunigen kann, aber immer in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollte.

Sicherheitsaspekte

Unbehandelte AMS kann zu schwerwiegenderen Formen der Höhenkrankheit führen, nämlich dem Höhenlungenödem (HAPE) oder dem Höhenhirnödem (HACE), die lebensbedrohlich sind. Erste Anzeichen sind eine Verstärkung der bestehenden Symptome, Verwirrtheit, das Auftreten von Gleichgewichtsstörungen oder Atemnot. Der wichtigste Schritt bei der Verschlechterung der Symptome ist der sofortige Abstieg in tiefere Gefilde, da nur diese Maßnahme eine rasche Linderung bringen kann. Es ist wichtig, nicht auf eine Besserung der Symptome ohne Abstieg zu hoffen.

Trage immer ein Höhenkrankheits-Set bei dir, das ein Puls-Oximeter, Medikamente und ein Erste-Hilfe-Set enthalten sollte. Informiere Mitreisende über die Symptome von AMS, damit diese im Notfall schnell reagieren können.

Regionale Besonderheiten

In den Alpen sind Fälle von AMS aufgrund der relativ überschaubaren Höhenlage weniger häufig als in Hochgebirgen wie dem Himalaya, den Anden oder den Rocky Mountains. Dennoch können Alpinisten, die aus tiefer gelegenen Regionen anreisen, auch hier Symptome entwickeln, insbesondere bei schnellen Aufstiegen, wie sie bei Seilbahnfahrten oder bei schmalen Gratwanderungen auftreten können. In den deutschen, österreichischen und schweizerischen Alpen gibt es zahlreiche gut erschlossene Berghütten und Notunterkünfte, die als Akklimatisationspunkte genutzt werden können. Die Umsetzung von Akklimatisationsstrategien ist auch hier der Schlüssel zur Prävention von AMS.