Altschnee
Altschnee bezeichnet den Schnee, der seit dem Winter den Sommer überdauert hat und somit bereits mehrere Monate alt ist. Dieser Schnee wird insbesondere in den Alpen häufig über den Sommer in Gletschern, Firnfeldern oder als Restschneefelder in schattigen Hochlagen angetroffen. Altschnee kann beim Bergsteigen und Wandern eine Herausforderung darstellen, besonders wenn er vereist ist oder sich in steilem Gelände befindet.
Detaillierte Erklärung
Altschnee bildet sich, wenn schneereiches Wetter im Winter und starke Kältebedingungen dazu führen, dass der Schnee nicht vollständig schmilzt, bevor der neue Schnee im nächsten Winter eintrifft. Im Laufe der Zeit unterliegt Altschnee verschiedenen physikalischen Prozessen, wie der Kompression durch Neuschnee und der langsamen Umwandlung in Firn und schließlich in Eis. Dieser Verfestigungsprozess macht Altschnee typischerweise dichter und härter als frisch gefallener Schnee. Darüber hinaus kann die Oberfläche von Altschneefeldern durch Wind und Sonne verkrusten, was Einfluss auf die Begehbarkeit hat und besondere Anforderungen an die Ausrüstung stellt.
Praktische Anwendung
Das Wissen um Altschnee ist für Bergsteiger und Wanderer wesentlich, da er oft auf Routen entlang oder auf Gletschern, in Rinnen oder auf Hochlagen anzutreffen ist. Bei der Begehung von Altschneefeldern sollte stets auf die richtige Ausrüstung geachtet werden. Dazu gehören vor allem Steigeisen und ein Eispickel, die Halt und Sicherheit auf dem festen, oft rutschigen Untergrund bieten. Außerdem ist das Üben von Sicherungstechniken auf Altschnee – wie etwa die Selbstsicherung bei einem Sturz – essentiell.
Professionelle Bergführer raten dazu, im Zuge der Tourenplanung Altschneefelder in der Übergangszeit von Frühjahr zu Sommer und in der Vorsaison im Herbst besonders zu beachten. Der Zustand der Altschneefelder kann erheblich variieren und von tageszeitabhängigen Veränderungen beeinflusst sein, beispielsweise durch die sogenannte Firnbildung, wenn der Schnee tagsüber antaut und nachts wieder gefriert. Daher sind frühe Aufbruchszeiten empfehlenswert, um den weicheren Firn zu nutzen und der Gefahr von absturzgefährdeten, harten Schneeflächen zu entgehen.
Sicherheitsaspekte
Das Wichtigste beim Umgang mit Altschnee ist, die Sicherheitsrisiken zu kennen und Maßnahmen zu ergreifen, um Unfälle zu vermeiden. Altschneefelder können tückisch sein, da sie oft eine glatte, rutschige Oberfläche aufweisen. Wanderer, die ohne die richtige Ausrüstung auf einem Altschneefeld ausrutschen, können leicht die Kontrolle verlieren und in steilem Gelände in kritisches Terrain abrutschen. Eine solide Kenntnis der Selbstsicherungsmaßnahmen mit einem Eispickel ist hier unabdingbar. Darüber hinaus sollten Bergsteiger immer das Verhalten des Schnees im Auge behalten, etwa potenzielle Hohlräume durch darüberliegende Steine oder den darunter liegenden Untergrund, die abrutschen und den Altschnee destabilisieren könnten.
Ein weiteres Sicherheitsrisiko sind mögliche Lawinen. Auch Altschneefelder können bei ungünstigen Wetterbedingungen abrutschen, besonders in Kombination mit Neuschnee oder bei Warmwettereinbrüchen. Daher sollten Bergsteiger stets über aktuelle Lawinenlageberichte informiert sein und die Wetterbedingungen laufend beobachten.
Regionale Besonderheiten
In den Alpen, aber auch in anderen hochalpinen Gebieten Europas, wie den Pyrenäen oder den Karpaten, steht Altschnee sinnfällig für extreme Wetterveränderungen und Temperaturunterschiede. Während die Nordhänge der Alpen oft länger Altschnee behalten, weil sie weniger Sonnenlicht abbekommen, sind die Süd- oder Westhänge oft schneller schneefrei. In Gletscherregionen wie im Wallis oder in Tirol sind Kenntnisse über Altschnee nicht nur für Bergsteiger, sondern auch für Kletterer und Höhenwanderer obligatorisch, die Gletscher überqueren. Dabei kann das Betreten von Altschneefeldern in niedrigen Lagen unterschiedlichste Herausforderungen mit sich bringen im Vergleich zu hohen alpinen Zonen, wo der Schnee über das gesamte Jahr gefroren bleibt.